Anouschka Foltz, Professorin für Angewandte Englische Sprachwissenschaft am Institut für Anglistik
Mehr als nur eine Sprache
Wie beeinflussen Mehrsprachigkeit und soziale Gerechtigkeit unseren Sprachgebrauch? Welche Barrieren und Chancen ergeben sich daraus für Bildung und Gesellschaft? Anouschka Foltz, Professorin für Angewandte Englische Sprachwissenschaft am Institut für Anglistik und ab Herbst 2026 die neue Vizedekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, widmet sich in ihrer Forschung diesen und weiteren Fragen.
Sprachverarbeitung, Mehrsprachigkeit und soziale Gerechtigkeit
Anouschka Foltz erforscht, wie Menschen Sprache lernen und verwenden, mit besonderem Fokus auf Englisch und mehrsprachige Situationen. Sie untersucht, wie Kinder und Erwachsene sprechen, verstehen und neue Wörter aufnehmen, und wie soziale und persönliche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit ist es, Sprache und Bildung für alle zugänglich zu machen, besonders für Menschen aus benachteiligten Gruppen.
Aktuell beschäftigt Frau Foltz sich auch mit den unterschiedlichen Formen des Englischen (z. B. Britisches Englisch, Amerikanisches Englisch, Australisches oder Singapur Englisch) und wie deren Unterschiede von Lernenden wahrgenommen werden. Dabei widmet sie sich Fragen wie: Was gilt als korrekt und warum? Was beeinflusst unsere Wahrnehmung davon welche Sprachvariante wir als „richtig“ einstufen und wie wirkt sich das auf den Unterricht an österreichischen Schulen aus?
Sprache ist ein Zugang zur Welt
Ein weiteres aktuelles Projekt von Anouschka Foltz beschäftigt sich mit sprachlichen Barrieren und Inklusion. In Wales erforscht sie gemeinsam mit Kolleg:innen, wie gehörlose Menschen besseren Zugang zu Gesundheitsinformationen erhalten können. Das Ziel dabei ist es, die Kommunikation zwischen Patient:innen und Gesundheitspersonal zu verbessern und Informationen in Britischer Gebärdensprache bereitzustellen, die, wie gesprochene Sprache auch, von Region zu Region variieren kann. Auch in Österreich untersucht Anouschka Foltz, wie Mehrsprachigkeit im Unterricht genutzt werden kann, um Schüler:innen mit unterschiedlichen sprachlichen Hintergründen zu stärken. Denn noch immer finden junge Menschen mit Migrationshintergrund seltener den Weg zur Universität. Doch auch sie braucht es in der Forschung, um die Gesellschaft richtig abzubilden, andere Fragen zu stellen und so an aktuellen Herausforderungen zu arbeiten.
Forschung mit gesellschaftlicher Relevanz
Anouschka Foltz verbindet Ihre Forschung mit gesellschaftlichem Engagement. Sie setzt sich dafür ein, dass Erkenntnisse aus der Psycholinguistik, einem ihrer Forschungsschwerpunkte, dem sie sich in Zukunft wieder vermehrt widmen will, und der angewandten Sprachwissenschaft in Bildung und Alltag einfließen. Ihre Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, Sprache als Ressource zu begreifen: für individuelle Entwicklung, Chancengleichheit und eine inklusive Gesellschaft.
Anouschka Foltz ist Professorin für Angewandte Englische Sprachwissenschaft am Institut für Anglistik. Nach ihrem Magisterabschluss in Mannheim und einem PhD in Linguistik an der Ohio State University forschte sie international zu Themen wie Sprachverarbeitung, Prosodie und Mehrsprachigkeit. Ihre aktuellen Projekte widmen sich unter anderem der Zugänglichkeit von Sprache für marginalisierte Gruppen sowie der Förderung von Mehrsprachigkeit im Bildungsbereich.