Eröffnet wurde der Abend von Vize-Rektorin Mireille van Poppel, die die Bedeutung der beiden Professuren für das Profil der Universität Graz hervorhob. Sie betonte, wie sehr die unterschiedlichen Schwerpunkte und Erfahrungen von Kogler und Felfe das Institut bereichern – eine Einschätzung, der sich auch Dekan Arne Ziegler in seiner Begrüßung anschloss.
Die Vorstellung von Susanne Kogler übernahm Vize-Dekanin Sonja Rinofner-Kreidl, die den kreativen und kritischen Geist ihrer Kollegin würdigte. Sie hob hervor, wie Kogler nicht nur in ihrer Forschung, sondern auch durch ihr Engagement für neue Schwerpunkte und Strukturen innerhalb der Universität Impulse setzt.
In ihrer Antrittsvorlesung Die Natur als Protagonistin in neuer Musik nahm Susanne Kogler, das Publikum mit auf eine Entdeckungsreise durch die zeitgenössische Musik. Anhand von Werken wie Kaija Saariahos Nymphea, das sich auf Monets berühmte Seerosen bezieht, und John Cages Child of Tree, einer Improvisation mit pflanzlichen Materialien, zeigte sie eindrucksvoll, wie Komponist:innen der Natur eine Stimme verleihen und sie in der Musik hörbar machen.
Auch Robert Felfe wurde von einem Kollegen eingeführt: Vize-Studiendekan Nikolaus Reisinger gab einen Überblick über Felfes wissenschaftlichen Werdegang und seine Forschungsschwerpunkte. In seiner Antrittsvorlesung Bilder ‚nicht von Menschenhand‘? – Dimensionen des Naturselbstdrucks in Zeiten medialen Wandels widmete sich Felfe der faszinierenden Technik und Bedeutung von Naturselbstdrucken. Er spannte den Bogen von den Anfängen im 15. Jahrhundert, als diese Drucke vor allem als naturkundliches Bildmaterial dienten, bis ins 19. Jahrhundert. Besonders hob er den bislang wenig erforschten Nachlass des Grazer Botanikers Constantin von Ettingshausen hervor, der neue Einblicke in die Verbindung von Natur und künstlerischer Praxis ermöglicht.
Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie die neuen Professuren dazu beitragen, innovative Forschungsansätze und interdisziplinäre Perspektiven an der Universität Graz zu stärken. Das Publikum nutzte die Gelegenheit, sich mit den Vortragenden auszutauschen und neue Impulse für die eigene wissenschaftliche Arbeit mitzunehmen.