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Freitag, 31.10.2025

KI in den Geisteswissenschaften

Gruppenfoto

v.l.n.r. Wolfgang Göderle, Julia Hoydis, Peter Riedler, Markus Kneer, Arne Ziegler, Stefan Baumgarten, Susanne Kogler, Philipp Berghofer, Elke Höfler, Sonja Rinofner-Kreidl, Nikolaus Reisinger, Margit Reitbauer

Der diesjährige Tag der Geisteswissenschaften spiegelte die vielfältige Auseinandersetzung mit und die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen wider. Vorträge wie Diskussion verdeutlichten, wie zentral die geisteswissenschaftliche Forschung nicht nur für die Entwicklung, sondern auch für die Kontextualisierung einer neuen Technologie ist, die unsere Gesellschaft in einem Ausmaß verändert, wie es zuletzt durch die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg der Fall war.

Der Tag der Geisteswissenschaften 2025, eröffnet von Rektor Peter Riedler und Dekan Arne Ziegler, widmete sich in diesem Jahr unter dem Titel „Zwischen Hype und kritischem Diskurs. KI in den Geisteswissenschaften“ dem Themenfeld Künstlicher Intelligenz.

Wie künstliche Intelligenz uns entlasten kann und warum das nicht immer positiv sein muss, erklärte Mediendidaktikerin Elke Höfler (Institut für Romanistik) in ihrem Vortrag am diesjährigen Tag der Geisteswissenschaften. Für Menschen, die bereits über Fähigkeiten wie Texte verfassen, Paraphrasieren oder Erfassen komplexer Inhalte verfügen, kann KI eine Entlastung darstellen. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass diese Fähigkeiten in Zukunft nicht mehr erlernt werden. Dieses sogenannte „Skill Skipping“ kann dazu führen, dass Falschinformationen (Halluzinationen) der KI nicht erkannt oder Argumentationen der KI unreflektiert übernommen werden.

Im zweiten Vortrag des Abends sprach der Philosoph Philipp Berghofer (Institut für Philosophie) über die Stärken und Grenzen symbolischer und neuronaler KI sowie über deren Diskussion in der Forschung seit den späten 1950er-Jahren bis heute. Zudem präsentierte er Ergebnisse einer Umfrage unter Physiker:innen und Philosoph:innen, die sich mit den Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf ihre Forschungsarbeit sowie deren eigene Nutzung dieser Technologie beschäftigte. Dies bot einen gelungenen Übergang zur anschließenden Podiumsdiskussion, die mit der Frage eröffnet wurde, wie KI das jeweilige Fachgebiet bereits verändert hat und künftig verändern wird.

Die Diskussion wurde von Markus Kneer, Philosoph und KI-Experte (IDea_Lab), moderiert und von Vertreter:innen unterschiedlicher geisteswissenschaftlicher Disziplinen geführt. Stefan Baumgarten (Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaften) beleuchtete kritisch die Rolle von KI-Übersetzungstools und hob die Bedeutung literarischer Übersetzungen durch professionelle (menschliche) Übersetzer:innen hervor. Historiker Wolfgang Göderle (Institut für Digitale Geisteswissenschaften) sprach über den Einsatz von KI in seinen Forschungsprojekten und wies darauf hin, dass solche Tools besonders in datengetriebener, transdisziplinärer historischer Forschung sehr große Potentiale bieten. Julia Hoydis, Literaturwissenschaftlerin am Institut für Anglistik, diskutierte die Rolle generativer KI in der Literatur – sowohl als Protagonistin als auch als (Co-)Autorin und die Musikwissenschaftlerin Susanne Kogler (Institut für Kunst- und Musikwissenschaft) thematisierte mit Hilfe von KI geschaffene Kunstwerke und kritisierte deren Mangel an Originalität und Emotionalität, wobei sie ein Zitat des Musikers und Poeten Nick Cave einbrachte, das die Bedeutung des Mensch-Seins für die Erschaffung von Kunstwerken auf den Punkt brachte.

Alle Teilnehmer:innen des Abends waren sich darüber einig, dass Nutzung und Bedeutung der KI stärker erforscht und unbedingt in der Lehre – bereits ab Schulbeginn – eingebracht werden muss, um die möglichen Risiken, die ein unreflektierter Einsatz der KI mit sich bringen kann, einzuschränken. Ein zentrales Moment der Diskussion war zudem, dass es sich hierbei um eine Technologie handelt, die von Menschen entwickelt wurde, von ihnen als Werkzeug eingesetzt wird und immer kritisch hinterfragt werden muss.

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