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Mittwoch, 29.10.2025

KI und Geisteswissenschaften: eine Begegnung der besonderen Art

Eine klassisch anmutende Marmorskulptur eines nachdenklichen Mannes in antiker Gewandung sitzt seitlich auf einem Sockel und arbeitet an einem modernen Laptop. Die Skulptur zeigt detaillierte Gesichtszüge, gelocktes Haar und muskulöse Arme. Die Szene ist humorvoll inszeniert durch die Kombination von antiker Ästhetik mit moderner Technologie.

Der Denker im digitalen Zeitalter: KI und Geisteswissenschaften sind kein Widerspruch. Foto: miss irine - stock.adobe.com

Denkende Maschinen verändern die Art, wie wir denken, forschen und lernen – und stellen dabei ausgerechnet jene Disziplinen vor neue Fragen, die sich seit jeher mit Sinn, Sprache und Erkenntnis beschäftigen: die Geisteswissenschaften. Am Tag der GEWI 2025 wird diese Begegnung zwischen Menschen und Maschine genauer betrachtet.

KI und Geisteswissenschaften – zwei Welten, die auf den ersten Blick kaum zueinander passen. Hier die Sprache der Algorithmen, dort die der Interpretation, des Zweifels, des kritischen Denkens. Doch gerade in dieser Reibung entsteht etwas Neues: Der diesjährige Tag der GEWI am 30. Oktober 2025 widmet sich genau dieser Schnittstelle: Wie verändert KI unser Forschen, Lehren und Verstehen?

Die Romanistin und Mediendidaktikerin Elke Höfler fragt in ihrem Impulsvortrag, ob KI Studierende wirklich entlastet – oder sie dazu verführt, Lernprozesse zu überspringen. „Kognitive Entlastung oder Einladung zum Skill Skipping?“ nennt sie ihr Thema und zeigt, wie klug genutzte KI Lernräume erweitern kann, ohne Denken zu ersetzen.

Philipp Berghofer, Philosoph und Forscher im Projekt „The Ontology and Future of Gauge Theories“, richtet den Blick auf die Wissenschaft selbst: Wenn Maschinen Wissen simulieren, bleibt das Verstehen dann auf der Strecke? Seine Frage nach der „Illusion des Wissens“ trifft den Kern einer Forschung, die ihre eigenen Grundlagen prüft.

In der anschließenden Diskussion, moderiert von KI-Ethik-Experte Markus Kneer, entfalten Kolleg:innen aus Kunst, Geschichte und Translationswissenschaft ihre Perspektiven: Susanne Kogler denkt über Kreativität und Urheberrecht nach, Stefan Baumgarten über das Missverständnis der perfekten Übersetzung, Wolfgang Göderle über historische Erkenntnis mit maschinellen Mitteln. Und mit Anja Fuchs, Preisträgerin des GEWI-Absolvent:innenpreises, kommt eine Stimme zu Wort, die zeigt, wie tief KI bereits in unser kulturelles Selbstverständnis eingreift.
 

Tipp: „Tag der Geisteswissenschaften 2025“
Donnerstag, 30. Oktober 2025, 17 Uhr. Infos: auf der Fakultätswebseite
 

Tipp: Geisteswissenschaften an der Uni Graz studieren

Die Geisteswissenschaftliche Fakultät der Universität Graz zählt zu den größten in Österreich und bietet ein breites Spektrum an Studienrichtungen: Von Geschichte, Philosophie und Sprachwissenschaft über Kunstgeschichte und Archäologie bis zu digitalen Geisteswissenschaften.

Studierende erwerben nicht nur Fachwissen, sondern auch analytische, sprachliche und digitale Kompetenzen – Fähigkeiten, die in vielen Berufsfeldern gefragt sind: etwa im Bildungsbereich, im Kulturmanagement, in Medien, Museen, Archiven oder internationalen Organisationen.

Studienangebot & Infos: Studienangebot der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und Zentrales Studienportal der Universität Graz

 

Erstellt von Konstantin Tzivanopoulos

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