Afrika-Studien
Der Hunger nach Rohstoffen sowie Migrationsbewegungen rücken Afrika immer stärker in den Fokus und verändern die westliche Perspektive auf den Kontinent. So sehr das Interesse an den afrikanischen Ländern wächst, so vage sind aber immer noch unsere Vorstellungen davon, vielfach halten sich auch hartnäckige Vorurteile.
Die Sprachwissenschaftlerin Jennifer Brunner und die Kulturwissenschaftlerin Angelika Heiling arbeiten daran, mit der Modulreihe „African Studies“ Wissenslücken zu schließen und einen African Science Hub in Graz zu etablieren.
Brunner, die sich vor allem mit den Sprachen Ruandas, Burundis und Tanzanias beschäftigt, betont die gut funktionierende Kommunikation – es werden zum Beispiel allein in Nigeria rund 500 Sprachen verwendet, und trotzdem klappt die Verständigung.
Die Modulreihe African Studies wird vom treffpunkt sprachen der Universität Graz angeboten. Sie vermittelt einen Überblick über die außerordentliche Vielfalt und Dynamik der Sprachen in Afrika und schnuppert in Literatur, Kunst und Kultur.
Zum Unizeit-Artikel (2025)
Sichtbare Geschichte
Alte Atlanten, einzigartige Stadtansichten, geheime Briefe und wertvolle wissenschaftliche Dokumente aus Sammlungen der Universität Graz wurden penibel digitalisiert und technologisch zukunftsfit gemacht.
Finanziert durch Mittel des Bundesministeriums für Kultur und Sport, schlossen sich 2023 die Institute für Sprachwissenschaft und Digitale Geisteswissenschaften, das Universitätsarchiv, die Universitätsmuseen sowie die Sondersammlungen der Universitätsbibliothek zusammen, um im Rahmen des Projekts „Kulturerbe digital“ einige ihrer historischen Bestände nachhaltig zu sichern. Die Objekte wurden gescannt, mit Metadaten angereichert und auf verschiedenen ➡ Online-Plattformen veröffentlicht.
55.000 Werke stehen nun der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung und offenbaren ein Stück kulturelle Identität.
Zum Unizeit-Artikel (2024)
Kritisches Denken als Weg aus der Sackgasse
Klimawandel, soziale Spaltung und autoritäre politische Entwicklungen sind nur einige der riesigen Herausforderungen unserer Zeit. Zur Bewältigung brauchen wir zuallererst ein Bewusstsein dafür, welche Ideen und Überzeugungen uns dorthin gebracht haben, ist Translationswissenschaftler Stefan Baumgarten überzeugt. Er wünscht sich ein radikales Denken, „kritisch, wild und offen“. Was auch bedeutet, komplex zu denken, Wissenschaft, Empathie und Emotionen einzubeziehen, statt zu polarisieren. Musikwissenschaftlerin Susanne Kogler knüpft an und betont die Bedeutung der Selbstreflexion als großen Beitrag für eine kritische Praxis. Es ist zu beleuchten, wie Denkmuster und Ideologien unsere Wahrnehmung prägen und wie unsere Wahrnehmung ein kritisches Denken befördern oder auch verhindern kann.
Die beiden Wissenschaftler:innen haben das Forschungsprojekt „Radikales Denken im Anthropozän“ initiiert.
Zum Interview mit Stefan Baumgarten und Susanne Kogler (2024)