Up the Hill, down the River and into the Caves – Eine historische politische Ökologie des Müll im sozialistischen Jugoslawien
Müll und Müllentsorgung sind hochaktuelle Themen, die angesichts der zunehmenden Verschmutzung weltweit immer mehr Aufmerksamkeit erhalten. Über die Umwelt hinaus erzählt Müll viel über Wirtschaftssysteme, menschliche Beziehungen zur Natur, soziale Ungleichheiten und kulturelle Werte. Die Untersuchung, wie Gesellschaften über Müll sprechen und ihn bewältigen, bietet tiefere Einblicke in gesellschaftliche und ökologische Veränderungen.
Dieses Forschungsprojekt beleuchtet Müll und dessen Entsorgung im sozialistischen Jugoslawien aus historischer und anthropologischer Perspektive. Es hinterfragt zwei gängige Vorstellungen vom Sozialismus: einerseits als verschwenderisches System, andererseits als Gesellschaft, in der Müll durch Recycling praktisch nicht existierte. Stattdessen untersucht die Studie die komplexe Realität des Mülls in Jugoslawien und stellt Fragen wie: Welche Arten von Müll galten als Umweltproblem? Wer prägte die Diskussionen darüber? Und wie beeinflusste Müll das Leben der Menschen und die Umwelt? Das Projekt konzentriert sich dabei auf die Themen: Diskurse und Praktiken der Müllentsorgung, Orte der Müllentsorgung und die Erfahrungen der Menschen, die in deren Nähe lebten. Ziel ist es, zu verstehen, wie Müll definiert, politisch behandelt und gesellschaftlich kommuniziert wurde und welche Auswirkungen dies auf Menschen und Umwelt hatte.
Mit dem innovativen Ansatz, Umweltgeschichte, politische Ökologie und Anthropologie zu verbinden, werden die politischen und menschlichen Faktoren von Müll und dessen Entsorgung in der Vergangenheit beleuchtet. Damit entsteht eine neue Perspektive auf Müll als Linse, durch die kulturelle, soziale und politische Dynamiken sichtbar werden. Durch seinen interdisziplinären Ansatz lädt das Forschungsprojekt dazu ein, Müllverschmutzung, Nachhaltigkeit und die Möglichkeiten, unsere Beziehung zur Umwelt zu überdenken und über die verborgenen Geschichten des Mülls und seine tiefgreifenden Auswirkungen auf unsere Welt nachzudenken.
| Projektzeitraum | 01.03.2026 - 28.02.2030 |
| Fördergeber Förderprogramm | FWF Esprit |
| Bewilligungssumme | € 346.505 |
| Einheit | Institut für Geschichte |
| Profilbereich | Dimensionen Europas |
| Schwerpunktbereich der Fakultät | |
| Projektverantwortung | Dr.phil. Hanna Stein, MA. MA. |
| Projektmitarbeiter:innen | |
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