Die phänomenologische Wende: Von der Erkenntnistheorie zur Quantenmechanik
Das vorliegende Projekt stellt einen radikalen Bruch mit der in der analytischen Erkenntnistheorie weit verbreiteten Auffassung dar, dass zentrale erkenntnistheoretische Begriffe wie Wissen und Rechtfertigung maßgeblich von Faktoren abhängen, die nicht in der Perspektive des Subjekts selbst verankert sind, etwa der Zuverlässigkeit der zugrunde liegenden überzeugungsbildenden Prozesse. Demgegenüber betont die von mir angestrebte phänomenologische, erfahrungszentrierte Erkenntnistheorie, dass sich jedes Wissen auf epistemisch grundlegende Erfahrungen zurückführen lässt. Sie eröffnet eine neue Herangehensweise an die Erkenntnistheorie, in der eine deskriptive Analyse der Erfahrung aus der Perspektive des erfahrenden Subjekts den Ausgangspunkt aller erkenntnistheoretischen Untersuchungen bildet.
Die leitende und zugleich neuartige These des Projekts besteht jedoch darin, dass die Konsequenzen dieser phänomenologisch-erkenntnistheoretischen Ergebnisse nicht auf die Erkenntnistheorie beschränkt bleiben. Vielmehr sollen sie auch unser Verständnis der Wissenschaft grundlegend beeinflussen. Genauer gesagt lautet die These, dass eine wirklich fundamentale wissenschaftliche bzw. physikalische Theorie die Erste-Person-Perspektive einbeziehen und den Begriff der Erfahrung integrieren muss. Eine solche Theorie wäre zugleich eine phänomenologische Erkenntnistheorie, die dem Subjekt angibt, was es auf Grundlage seiner bisherigen Erfahrungen glauben sollte und was es als Nächstes zu erfahren erwarten darf. Die Quantenmechanik bietet sich als ein naheliegender Kandidat für eine konkrete wissenschaftliche Theorie an, die – entsprechend interpretiert – diese Anforderungen erfüllen kann. Eines der Hauptziele des Projekts ist es daher, einen phänomenologisch-erkenntnistheoretischen Rahmen zu entwickeln, der eine Rekonstruktion, Interpretation und ein vertieftes Verständnis der Quantenmechanik ermöglicht. Gelingt dies, etabliert das Projekt nicht nur einen neuen Ansatz in der Erkenntnistheorie, sondern eröffnet zugleich ein neuartiges Verständnis von Wissenschaft insgesamt.
| Projektzeitraum | 01.01.2026 - 31.12.2030 |
| Fördergeber Förderprogramm | FWF ASTRA |
| Bewilligungssumme | € 1.000.000 |
| Einheit | Institut für Philosophie |
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| Schwerpunktbereich der Fakultät | Wahrnehmung: Episteme, Ästhetik, Politik |
| Projektverantwortung | Dr.phil. Berghofer, Philipp, BSc MA |
| Projektmitarbeiter:innen | Valentina Ruggiero, MA. |
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