Margit Linder, Assoz. Professorin für Alte Geschichte am Institut für Antike
Krieg und Gerechtigkeit
Wie wurde Krieg in der Antike gerechtfertigt – und was können wir daraus für die Gegenwart lernen? Margit Linder, Assoziierte Professorin für Alte Geschichte am Institut für Antike und ab Herbst 2026 neue Vizestudiendekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, erforscht die Ideengeschichte von Krieg, Gewalt und Gerechtigkeit in antiken Gesellschaften.
Ideengeschichte des Krieges
Margit Linder beschäftigt sich in ihrer Forschung mit der Geschichtsschreibung, Arbeitswelten, Mobilität sowie mit Gewalt und Krieg in antiken Gesellschaften. Im Rahmen des Schwerpunktbereichs „Transmediterrane Verflechtungen“ untersucht sie, wie sich Vorstellungen von einem „gerechtem Krieg“ (Bellum Justum) von der Antike bis in die Moderne entwickelt haben. Der Begriff „gerechter Krieg“ klingt für uns wie ein Widerspruch, doch in antiken Gesellschaften war der Zugang zu physischer Gewalt und Krieg ein ganz anderer, von dem jede und jeder unmittelbar betroffen war. Ihr aktuelles Projekt widmet sich der Ideengeschichte des gerechten Krieges – von den frühesten Beispielen in Ägypten, Assyrien und Griechenland bis hin zu Cicero und Kant, deren Lehren das moderne Völkerrecht beeinflussten.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit und forschungsgeleitete Lehre
Frau Linder arbeitet in einem interdisziplinären Forschungsteam, das die Entwicklung von Kriegs- und Gerechtigkeitskonzepten über Epochen und Kulturen hinweg analysiert. Für sie ist der Austausch mit Kolleg:innen verschiedener Fächer besonders bereichernd, nicht nur die Forschung, sondern auch die Lehre: Margit Linders Studierende profitieren von aktuellen Forschungsfragen und werden von ihr aktiv in die wissenschaftliche Diskussion eingebunden. Intensive Seminardiskussionen und forschungsgeleitete Lehre sind für sie zentrale Elemente, um neue Perspektiven zu gewinnen und Studierende zu fördern.
Öffentlichkeitsarbeit und Sammlungen
Margit Linder ist besonders daran interessiert, ihre Forschung für Personen außerhalb der Fachwelt verständlich und zugänglich zu präsentieren. Mit spannenden Schulprojekten, Workshops und Ausstellungen – etwa zur antiken Münzsammlung oder zu Medien und Kommunikation in der Antike – öffnete sie das Institut für junge Menschen und interessierte Laien. Die interaktive Vermittlung von Themen wie Gewalt, Gender und antike Alltagskultur soll nicht nur das Interesse an den Geisteswissenschaften stärken, sondern auch die Studierenden von morgen überzeugen.
Margit Linder hat Klassische Archäologie und Kunstgeschichte in Graz studiert und sich im Fach Alte Geschichte und Altertumskunde habilitiert. Sie lehrt und forscht am Institut für Antike in Graz, ihre Forschungen beschäftigt sich mit Historiographie, Arbeitswelten, Mobilität, Gewalt, Krieg und Gerechtigkeit in antiken Gesellschaften. Ab Herbst ist sie Vizestudiendekanin der Geisteswissenschaftlichen Fakultät.