Erotisches aus dem Mittelalter
Naturbilder dienten in der mittelalterlichen Literatur häufig als Metaphern für Liebe und Begehren. Explizit erotische Texte sind selten überliefert, die Autor:innen nutzten Tiere, Pflanzen oder Früchte, um sexuelle Anspielungen indirekt auszudrücken. So verweist eine althochdeutsche Randnotiz mit der Frage „uuildu noh hinta?“ („Willst du noch, Hinde?“) auf eine mögliche erotische Aufforderung. Auch im Falkenlied des Kürenbergers wird Liebe über Jagdmetaphorik beschrieben: Der Falke symbolisiert dabei eine geliebte Person, die sich nicht leicht binden lässt. „Zentral ist darin die Verbindung von Liebe, Jagd und Falknerei“, erklärt Mediävistin Brigitte Spreitzer-Fleck.
Neben ihr beschäftigen sich weitere zwei Germanistinnnen mit ähnlichen pikanten Themen. „Es kommt nicht von ungefähr, dass wir Zuneigung und Blumen miteinander verbinden“, betont Isabella Managò, denn Pflanzen und Früchte tragen ebenfalls erotische Bedeutungen. Laut Julia Zimmermann folgen solche Bilder „wiederkehrenden Mustern und Vorbildern aus der Antike“ und wirken bis in heutige Symbolsprachen wie Emojis nach.
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Zusammenrücken – für ein besseres Leben
Sitzgelegenheiten schaffen, ein paar Hochbeete anlegen und einen Sozialraum einrichten: Es braucht oft wenige Impulse, und schon kommen gerade noch anonyme Nachbar:innen miteinander ins Gespräch. Und die Menschen achten dadurch auch mehr aufeinander – sie entwickeln sich zu „Caring Communitys“. Solche in Graz entstandenen Gemeinschaften haben Bildungswissenschaftlerin Annette Sprung und Care-Forscher Klaus Wegleitner (u.a. Zentrum für Interdisziplinäre Alterns- und Care-Forschung) begleitet. Die beiden entwerfen Szenarien, wie das Für-einander-Sorge-Tragen gelingen kann, insbesondere im Alter.
Wobei allerdings freiwilliges Engagement und Nachbarschaftshilfe allein nicht ausreichen, ist sich Wegleitner sicher, er verweist darauf, dass staatliche Unterstützung zentral bleiben und Solidaritätsbedingungen rechtlich gestärkt und gerechter gestaltet werden sollten.
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Pointiert und provokant
Die Kleinkunst-Szene in Österreich und Deutschland floriert gerade in Krisenzeiten. Was ist es aber genau, das uns zum Lachen bringt? Welche Themen berühren aktuell? Und worüber darf man überhaupt Witze machen?
Worüber sich Personen amüsieren und welche Witze sie als solche erkennen können, ist unter anderem abhängig von Alter, Geschlecht, Milieu und kulturellem Hintergrund, berichtet der Germanist Mario Huber. Er bedauert aber, dass die komische Tradition in der deutschsprachigen Literatur nicht so ausgeprägt ist. „Wir haben neben dem Kabarett noch Fernsehserien oder den Fasching, nichts davon wird als Hochkultur betrachtet. Das schreckt Autor:innen offenbar ab, lustige Texte zu schreiben“, mutmaßt Huber. Was bedauerlich sei, denn „Humor entlastet jedenfalls und kann Denkanstöße geben. Das gemeinsame Lachen – mit jemandem, nicht über jemanden – verbindet und fördert den sozialen Zusammenhalt.“
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