Kann künstliche Intelligenz Kunst schaffen?
KI ist in der Lage, Texte zu schreiben, Fotos zu machen, Bilder zu malen, zu komponieren. Aber ist das dann noch Kunst? „Ja, auch wenn das heftig debattiert wird“, meint dazu Musikwissenschaftlerin Susanne Kogler. „Künstler:innen reagieren auf ihr Umfeld, befassen sich kritisch mit ihrer Zeit und loten auch die Grenzen der technischen Möglichkeiten aus, zumindest nach einem avantgardistischen Kunstverständnis.“ Es sei ihre Aufgabe, gegen den Mainstream zu arbeiten, Gewohnheiten zu durchbrechen, die Grenzen der Tradition zu sprengen
Entsprechend will Kogler die Möglichkeiten der neuen digitalen Werkzeuge auch zum Inhalt von Lehrveranstaltungen machen. Es gilt, die Tools gezielt einzusetzen und die von der KI generierten Ergebnisse dann richtig zu beurteilen. Automatisiert produzierte Werke, wie sie die Unterhaltungsindustrie bereits verwendet, betrachtet die Forscherin allerdings kritisch: „Fortschritt und Erneuerung gelingen nicht ohne menschliches Zutun“, ist Susanne Kogler überzeugt.
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Brauchen wir überhaupt noch Übersetzer:innen?
Dank Google Translate, DeepL oder ChatGPT lassen sich Kommunikationsbarrieren per Mausklick überwinden. „Die Ergebnisse klingen gut und werden immer brauchbarer. Die Programme lernen aber fast ausschließlich von menschlichen Übersetzungen“, betont Michael Tieber, Universitätsassistent am Institut für Translationswissenschaft. Und das sei eine reine Rechenleistung, denn „die Programme wissen nicht, was sie tun. Sie haben Schwierigkeiten mit Phänomenen, die in den Trainingsdaten nicht vorkommen“, schildert der Forscher. Inhaltliche Defizite, falsche oder im Zusammenhang unpassende Begriffe sind deshalb keine Seltenheit.
Wie soll man am besten mit dem maschinellen Übersetzungsangebot umgehen? Sich einen Übersetzungsvorschlag liefern lassen, ist kein Fehler. „Ich muss aber als Mensch einschätzen können, wie weit dieser verwendbar ist und wo er abgeändert gehört“, präzisiert der Forscher. Übersetzen ist nicht einfach das Austauschen von Wörtern, neben den korrekten Fachausdrücken geht es auch um den Stil, der zur Situation passen muss. Es geht also auch um Empathie.
Die Universität Graz ist dabei, die Studienpläne anzupassen und digitale Kompetenzen und Übersetzungstechnologien stärker zu integrieren. „Gleichzeitig wollen wir das Bewusstsein vermitteln, dass Menschen nach wie vor einen großen Mehrwert gegenüber Maschinen bieten“, beschreibt Tieber.
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Lernen leicht gemacht
„Die passende Umgebung sowie einfach und übersichtlich gestaltete Unterlagen helfen unheimlich weiter“, erklärt dazu Elke Höfler, Assistenzprofessorin für Medien- und Sprachendidaktik am Institut für Romanistik. Das menschliche Gehirn habe nämlich einen begrenzten „Arbeitsspeicher“, und jede Art von Ablenkung – dazu zählt sie nicht nur die Party in der Nachbarwohnung, sondern auch üppige Formatierungen, unnütze Grafiken oder irrelevante Zusatzinfos im Skript – verbraucht Kapazitäten, die für das Lernen dann fehlen.
Um die Merkfähigkeit zu erhöhen und das Verständnis zu vertiefen, empfiehlt Höfler, möglichst viele Sinne einzubeziehen: „Wenn man eine Passage aus einem Skript auf einem Bein oder einem Balance Board stehend oder im Gehen laut liest, kann das helfen, solange man sich dabei auch wohlfühlt.“ Eher für die Bibliothek geeignet als die Turnübungen ist handschriftliches Notieren. „Die Bewegung der Hand stimuliert das Hirn, außerdem fassen wir dabei meist das Wesentliche schon zusammen“, weiß die Forscherin.
Für das Lernen in Gruppen spricht ebenfalls einiges: Wenn man Fragen stellt und beantwortet, über die Inhalte diskutiert, bleiben sie schneller hängen. Alleine ist man dann effizient, wenn man sich aktiv an die Unterlagen heranmacht. „Unterstreichen, Zusammenfassen, Mindmaps oder Infografiken Zeichnen stellt Querverbindungen her und lässt uns das Gelernte besser behalten“, erklärt Höfler. Ausführliche Tipps samt wissenschaftlicher Erklärung gibt sie in ihrem Blog Digitalanalog.
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