Fakt oder Fake? Konstruktionen und Funktionen von Lost Cities im hellenistisch-römischen Arkadien
Die Binnenregion Arkadien wird von antiken Autoren oft als naturdominierte Landschaft beschrieben, deren vergangene Größe sich in ruinösen Städten zu spiegeln scheint. Doch das Bild einer de-urbanisierten, urtümlichen Idylle wird von der materiellen Hinterlassenschaft infrage gestellt. Das Projekt „Fakt oder Fake“ geht diesem Widerspruch in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Archäologie, Alter Geschichte, Numismatik und Philologie auf den Grund und wiegt Überlieferung und Realität gegeneinander ab.
In Fallbeispielen wird mit archäologischen Methoden die tatsächliche Verlassenheit einer Stadt überprüft und einem möglichen Ruinenkult nachgegangen. Die Analyse von Funden, Münzen und baulichen Strukturen wird Diskrepanzen zwischen Narrativ und Wirklichkeit aufdecken und die Basis für eine solide Auseinandersetzung mit der Codierung und Instrumentalisierung arkadischer lost cities schaffen. Die Beschreibung der Interpretations-, Wissens- und Wahrnehmungskultur antiker Autoren wie Leserschaft verspricht grundlegende Erkenntnisse zur Wirkung der literarischen Konstruktion von Verlassenheit, deren Relevanz bis heute ungebrochen ist.
Das Projekt wird in Kooperation mit der Staatlichen Münzsammlung München (D. Weidgenannt) und der University of Arizona (M.E. Voyatzis) durchgeführt.
| Projektzeitraum | 01.10.2025 - 30.09.2028 |
| Fördergeber Förderprogramm | Gerda Henkel Stiftung |
| Bewilligungssumme | € 230.160 |
| Einheit | Institut für Antike |
| Profilbereich | Dimensionen Europas |
| Schwerpunktbereich der Fakultät | Transmediterrane Verflechtungen |
| Projektverantwortung | Mag. Dr.phil. Priv.-Doz. Elisabeth Trinkl |
| Projektmitarbeiter:innen | Dr.phil. Regina Klöckl-Zorić, BA. BA. MA. Mag. Dr.phil. Aaron Plattner |
| Projekthomepage | https://arkadien.uni-graz.at/de/ |