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Mittwoch, 14.01.2026

Science meets Poetry: Mit Johannes Scherling ging ein Wissenschaftler als Sieger hervor

Gruppenbild ©Die 7. Fakultät

Ein Abend voller kluger Gedanken, überraschender Perspektiven und guter Unterhaltung: Im Rahmen des Formats "Sience meets Poetry" - einer Veranstaltung der 7. Fakulät in Kooperation mit dem Literaturhaus Graz - stand am 12.1. wieder ein Wettstreit zwischen Wissenschaft und Literatur am Programm. Dieses Mal drehte sich inhaltlich alles um Antike und Propaganda.

Ein Abend, zwei Themen, vier Perspektiven und viele neue Denkanstöße: Wieder einmal standen sich zwei Wissenschaftler:innen und zwei Autor:innen gegenüber. Wer sein Thema am überzeugendsten vermittelte, wer am meisten beeindruckte und berührte, das entschied  das Publikum.

Durch den Abend führte Martin Puntigam, der als Moderator mit Humor und Feingefühl den Austausch lenkte. Die Frage, ob am Ende Unterhaltung oder Erkenntnis überwiegen würde – oder ob es das eine ohne das andere überhaupt gibt – zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

Margit Linder (Institut für Antike) und Johanna Sebauer (Wissenschaftskommunikatorin & Autorin) befassten sich mit der Antike,  Johannes Scherling (Institut für Anglistik) und Andreas Unterweger (Autor & Herausgeber) mit dem Thema Propaganda.

Margit Linder schilderte eine tragische Familiengeschichte aus dem antiken Rom, nämlich Agrippinas Kampf um die Macht: Agrippina die Jüngere versuchte als Frau Einfluss auf die römische Politik zu nehmen, zunächst über ihren Ehemann Kaiser Claudius und später – nachdem sie diesen ermordet hatte – über ihren Sohn Nero, den sie nach Claudius’ Tod als Kaiser einsetzte. Als Nero ihrer Kontrolle leid war, beschloss er 59 n. Chr., sie zu beseitigen. Da Muttermord nicht den römischen Wertevorstellungen entsprochen hat, sollte ihr Tod wie ein Unfall wirken. Eine präparierte Barke mit einstürzender Decke sollte sie töten, doch Agrippina überlebte. Schließlich ließ Nero sie ermorden. Später wurde ihm diese Tat vorgeworfen, bevor er 68 n. Chr. zum Suizid gezwungen wurde. 

Johannes Scherlings Beitrag befasste sich mit einem sarkastischen Kommentar auf die derzeitig Überhand-nehmende Kriegspropaganda in den Medien. Wo auch immer man hinsieht, wird Frieden schlechtgeredet und Krieg als das einzig mögliche Mittel zum ‚echten‘ Frieden dargestellt, ganz nach Orwells „Krieg ist Frieden“. Die Gefährlichkeit dieses Diskurses hat der Forscher anhand von Screenshots verschiedener Zeitungsartikel, aber mit einem zwinkernden Auge, zu untermalen gesucht.

Nach der abschließenden Abstimmung fiel die Entscheidung zugunsten von Johannes Scherling, dem wir sehr herzlich gratulieren! Herr Scherling ist übrigens der zweite Gewinner aus den Reihen der Wissenschaftler:innen, die bisher zu diesem Battle angetreten sind. Der erste Sieger war Florian Traussnig, ebenfalls ein Gewi-Forscher (Institut für Geschichte). 

Bei der Preisverleihung waren auch Helmut Jungwirth (Professor für Wissenschaftskommunikation) sowie Klaus Kastberger (Leiter des Literaturhaus Graz) anwesend. Ein spannender, lehrreicher und vor allem unterhaltsamer Abend!

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