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Termin: 22.04.2026, 16:30-18:00 Uhr: “Ein Schauspiel zwischen Leben und Tod. Gerichtsbarkeit und Strafvollzug in der Frühen Neuzeit”, Priv.-Doz. Mag. Dr. Elke Hammer-Luza MAS, Steiermärkisches Landesarchiv
Blutgerichtsbarkeit und Strafvollzug der Frühen Neuzeit weisen viele theatralische Elemente auf. Die handelnden Personen – Delinquenten, Geistliche, Richter und Henker – hatten festgelegte Rollen und folgten einem überlieferten Drehbuch. Obgleich das Gerichtsverfahren mit dem Inquisitionsprozess „hinter den Kulissen“ stattfand, wurde bei der Präsentation des Urteils am „Endlichen Gerichtstag“ die Öffentlichkeit gesucht. Unverzichtbar war das Publikum schließlich bei den verhängten Strafen: Ehrenstrafen, Körperstrafen am Pranger und Hinrichtungen erfüllten nur dann ihren Zweck, wenn sie vor zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern stattfanden.
Die Vorlesung wirf einen facettenreichen Blick auf das Phänomen theatraler (Re-)Präsentation im steirisch-innerösterreichischen Geschichtsraum über zwei Jahrtausende. Reale Theatergebäude – das antike Amphitheater in Flavia Solva ebenso wie das italienische Opernhaus am Tummelplatz oder das 1776 (!) eröffnete Schauspielhaus – sollen dabei ebenso vorgestellt werden wie bemerkenswerte Aufführungen (etwa ‚Orfeo ed Euridice‘ des Hofkapellmeisters Johann Josef Fux) oder konkrete Bühnenstars (wie Johann Nestroy, der vor 200 Jahren seine Karriere als Komiker in Graz begann). Der Theaterbegriff soll aber nicht nur gegenständlich, sondern auch metaphorisch-systemisch erfahrbar werden: als Chiffre für berühmte Sammelunternehmen (wie das ‚Theatrum orbis terrarum‘) oder auch als Umschreibung für ‚theatrale‘ Inszenierung in verschiedenen Feldern. Dementsprechend werden auch kartographische Repräsentationen der Steiermark, Gerichts- und Sportspektakel oder Inszenierungen von Glaubensritualen, politischer Macht und Weiblichkeit u.a.m. ihren Platz finden.