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Termin: 17.06.2026, 16:30-18:00 Uhr: “Der Fürstenhof als Bühne”, Priv.-Doz. Mag. DDr. Peter Wiesflecker MAS, LL.M, MA, Steiermärkisches Landesarchiv
Im Rahmen der LV-Einheit wird ein Überblick über Aspekte und Strukturen höfischen Zeremoniells in der (Frühen) Neuzeit gegeben und dieses anhand von zeremoniellen Akten am innerösterreichischen Hof (z. B. Trauerfeier für Erzherzog Karl II. 1590) bzw. der Barockzeit (Erbhuldigung 1728) konkretisiert und jeweils in den historisch-politischen Kontext der Zeit eingebettet. Weitere kurz angerissene Themenfelder sind Hofreisen des 18. und 19. Jahrhunderts sowie ein Ausblick auf die Bedeutung von Protokoll als Ausdruck von Repräsentation in der Steiermark des 20. und 21. Jahrhunderts.
Die Vorlesung wirf einen facettenreichen Blick auf das Phänomen theatraler (Re-)Präsentation im steirisch-innerösterreichischen Geschichtsraum über zwei Jahrtausende. Reale Theatergebäude – das antike Amphitheater in Flavia Solva ebenso wie das italienische Opernhaus am Tummelplatz oder das 1776 (!) eröffnete Schauspielhaus – sollen dabei ebenso vorgestellt werden wie bemerkenswerte Aufführungen (etwa ‚Orfeo ed Euridice‘ des Hofkapellmeisters Johann Josef Fux) oder konkrete Bühnenstars (wie Johann Nestroy, der vor 200 Jahren seine Karriere als Komiker in Graz begann). Der Theaterbegriff soll aber nicht nur gegenständlich, sondern auch metaphorisch-systemisch erfahrbar werden: als Chiffre für berühmte Sammelunternehmen (wie das ‚Theatrum orbis terrarum‘) oder auch als Umschreibung für ‚theatrale‘ Inszenierung in verschiedenen Feldern. Dementsprechend werden auch kartographische Repräsentationen der Steiermark, Gerichts- und Sportspektakel oder Inszenierungen von Glaubensritualen, politischer Macht und Weiblichkeit u.a.m. ihren Platz finden.