Gastvortrag: Linguistic landscape and language contact in Dili, Timor-Leste
This chapter aims to provide a brief account of the history of the Portuguese language in Timor-Leste, its precarious status at the time of independence and official recognition, and its subsequent development. It also addresses the linguistic richness of the territory and the intense contact between endogenous and exogenous languages. In addition, the presentation outlines the different phases of regulation in language policy and linguistic landscape planning.
Dili, as the capital of the country, receives particular attention, as it constitutes the largest urban area. The distribution of commercial goods is organized through the port located on the outskirts of the city, and vibrant trade activities operate across all its neighborhoods. The largest schools and university campuses—both public and private—are situated in the capital, as are central public services and the headquarters of most national and international NGOs, which employ many of the young professionals trained in these educational institutions. Following Timor-Leste’s independence, gradual internal migration from rural areas to the capital became a natural development. This process fostered daily coexistence among individuals and entire families from diverse Timorese ethnolinguistic groups, alongside volunteers from UN agencies, cooperation personnel from CPLP countries, and diplomats from other nations.
This wealth of linguistic contact is clearly reflected in Dili’s linguistic landscape, visible in street signs and public institutions, commercial names and advertisements, restaurant menus, translated labels on national and imported products, announcements, and public notices. While there is a noticeable tendency toward the translation of consumer product advertising into Tetum and the preferential use of Portuguese in official state communication, there is also clear evidence of increasing linguistic hybridism resulting from language contact in Dili’s public space, where three or even four different languages may coexist within a single advertisement.
Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die Geschichte der portugiesischen Sprache in Timor-Leste, ihren prekären Status zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit und der offiziellen Anerkennung sowie ihre spätere Entwicklung. Es befasst sich auch mit dem sprachlichen Reichtum des Landes und dem intensiven Kontakt zwischen endogenen und exogenen Sprachen. Darüber hinaus werden die verschiedenen Phasen der Regulierung in der Sprachpolitik und der Planung der Sprachlandschaft skizziert.
Dili, die Hauptstadt des Landes, erhält besondere Aufmerksamkeit, da sie das größte städtische Gebiet darstellt. Der Vertrieb von Handelsgütern wird über den Hafen am Rande der Stadt organisiert, und in allen Stadtvierteln herrscht reger Handel. Die größten Schulen und Universitätsgelände – sowohl öffentliche als auch private – befinden sich in der Hauptstadt, ebenso wie die zentralen öffentlichen Dienste und die Hauptsitze der meisten nationalen und internationalen NGOs, die viele der in diesen Bildungseinrichtungen ausgebildeten jungen Fachkräfte beschäftigen. Nach der Unabhängigkeit Timor-Lestes kam es zu einer allmählichen Binnenmigration aus ländlichen Gebieten in die Hauptstadt. Dieser Prozess förderte das tägliche Zusammenleben von Einzelpersonen und ganzen Familien aus verschiedenen ethnolinguistischen Gruppen Timor-Lestes sowie von Freiwilligen aus UN-Organisationen, Kooperationspersonal aus CPLP-Ländern und Diplomaten aus anderen Nationen.
Dieser Reichtum an sprachlichen Kontakten spiegelt sich deutlich in der Sprachlandschaft von Dili wider, sichtbar in Straßenschildern und öffentlichen Einrichtungen, Firmennamen und Werbung, Speisekarten, übersetzten Etiketten auf nationalen und importierten Produkten, Ankündigungen und öffentlichen Bekanntmachungen. Zwar gibt es eine deutliche Tendenz zur Übersetzung von Werbung für Konsumgüter ins Tetum und zur bevorzugten Verwendung des Portugiesischen in der offiziellen staatlichen Kommunikation, doch gibt es auch klare Anzeichen für eine zunehmende sprachliche Hybridität, die aus dem Sprachkontakt im öffentlichen Raum von Dili resultiert, wo drei oder sogar vier verschiedene Sprachen innerhalb einer einzigen Werbung nebeneinander existieren können.