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Module

Inhaltliche Modulbeschreibungen

Der Begriff „Kultur“ hat seit Jahren Konjunktur. Im Alltagsleben, in der Wissenschaft, in Kunst und Politik nimmt seine gesellschaftliche Relevanz vor allem durch die zunehmende Vernetzung der Welt kontinuierlich zu. Dieses Modul gibt aus interdisziplinärer Perspektive Einblick in signifikante historische und aktuelle Bedeutungsdimensionen von „Kultur“. Im Fokus stehen dabei jene Ansätze, die auf die Herausforderungen fortschreitender Globalisierung reagieren. Leitende Fragestellung ist die Entwicklung der wissenschaftlichen Konzeption von Kultur von einem engen, homogenisierenden hin zu einem weit gefassten, relationalen Verständnis. Zentrale Themenfelder sind:

  • Was ist Kultur? Genese und Bedeutungsdimensionen des Kulturbegriffs
  • Konjunktur des Kulturbegriffs in einer zunehmend vernetzten Welt: Hintergründe und Kritik
  • Multi-, Inter-, Transkulturalität: Genese, Definitionen und Kritik aktuell verbreiteter Kulturkonzepte
  • Postkoloniale Kulturkonzepte und Essentialismus-Kritik („eigene“/„fremde“/„hybride“ Kultur)
  • Kultur und Macht: Soziale, politische und ökonomische Dimensionen des Kulturbegriffs

Bewegung und Beweglichkeit von Menschen, Dingen, Handlungen, Ideen, Gedanken und Imaginationen sind grundlegende Dimensionen kultureller Praxis und Veränderung. Mit den technischen, räumlichen und sozialen Mobilisierungen hat die Gesellschaft eine Beschleunigung erfahren, die Menschen und Handlungen als auch (konkrete und virtuelle) Dinge erfasst. Dieses Modul widmet sich Phänomenen, Bedingungen und Effekten von Mobilität aus Perspektive dieses interdisziplinären, dynamischen Themenfeldes, das in den letzten Jahren an Bedeutung zugenommen hat. Es vermittelt einen Überblick über aktuelle Themen und Methoden sowie theoretische Zugänge zur Erschließung des angezeigten Feldes. Insbesondere befasst es sich mit:

  • Historischen Entwicklungen von Bewegung
  • Bewegung als Körpertechnik
  • Technisierungen von Bewegung und Mobilitätsverläufen als Dispositiven gesellschaftlichen Wandels
  • Empirischen Wegen und theoretischen Möglichkeiten der Mobile Culture Studies, die einer zeitgenössischen, dynamischen Wissenschaftsauffassung gerecht werden.

3.1. Historische Dimensionen: Dieses Modul bietet eine Einführung in die historischen Dimensionen von Globalität. Es befähigt die Studierenden dazu, die gegenwärtige globale Vernetzung als aktuelles Ergebnis einer menschheitsgeschichtlichen Entwicklung zu verstehen und zu analysieren. Das Modul fokussiert dabei auf folgende Inhalte:

  • Definitionen von „Globalität/Globalisierung“ sowie des Konzepts der „Global History“
  • Beispiele zur historischen Tiefendimension dieser Phänomene von der Alten Geschichte bis zur Gegenwart
  • politik-, kultur- und gesellschaftsgeschichtliche sowie ökonomische Aspekte dieser Phänomene
  • Bedingtheit des historischen Wandels durch Mobilität und Kommunikation(smedien)
  • die Verschränkung des Lokalen, Regionalen und Globalen („Glokalisierung“)

3.2. Sprachliche Dimensionen: Die Erforschung sprachlicher Dimensionen von Inter- und Transkulturalität ist Gegenstand unterschiedlichster Disziplinen, wie etwa der Anthropologie, der Sozialpsychologie, der Kommunikationswissenschaft und der Linguistik. Dieses Modul gibt einen Überblick über diese Forschungsansätze, legt aber den Schwerpunkt auf die Erforschung der interkulturellen Kommunikation und Dimensionen der Mehrsprachigkeit aus sprachwissenschaftlicher Perspektive. Vor allem die Anwendung von soziolinguistisch, pragmatisch und kognitiv orientierten Ansätzen auf die interkulturelle Kommunikation steht im Vordergrund:

  • Sprachwahl und Interaktion in multilingualen Kontexten
  • kulturelle Konzepte, Schemata und Metaphern
  • interkultureller Vergleich von Sprechakten
  • kulturelle Aspekte sprachlicher Höflichkeit
  • Organisation des Sprecherwechsels und Zuhörerverhaltens
  • kulturbedingte Argumentationsstrategien
  • Entstehung und Aushandeln von kulturbedingten Missverständnissen
  • kulturspezifische Aspekte der non-verbalen Kommunikation
  • Einfluss gesellschaftlicher Strukturen und Machtverhältnisse auf Sprachverwendung und die Repräsentation von sozialen Akteuren

3.3. Ethische Dimensionen: Klimaschäden, Hunger, Krieg, Naturkatastrophen, Flucht –  eine Vielzahl gegenwärtiger Herausforderungen sind global. Globale Probleme unterscheiden sich in mehrfacher Hinsicht von lokalen Problemen. Zum einen sind die Ursachen oft vielfältig und nicht klar identifizierbar. Im Falle von globalen Fluchtbewegungen zum Beispiel, ist die Ursache diffus und nicht auf eine einzige Ursache zurückführbar. Des Weiteren sind potentielle oder tatsächliche Auswirkungen globaler Probleme nicht klar geographisch und zeitlich begrenzt, sondern betreffen meist mehrere Erdteile und, wie im Falle des Klimawandels, auch mehrere Generationen. Überdies erfordern globale Probleme globale Lösungsansätze. So reicht es zum Beispiel nicht um die schlimmsten Folgen des Klimawandels zu verhindern, dass Europa eine stringente Klimapolitik implementiert; eine globale Handlungsausrichtung ist erforderlich. Entsprechend überrascht es nicht, dass die mit globalen Problemen einhergehenden ethischen Fragen auch spezieller Natur sind. In diesem Modul werden die Charakteristika globaler Herausforderungen herausgearbeitet und ihre ethische Dimension systematisch analysiert. Diese Fragen betreffen die ethische Bewertung individueller und kollektiver Handlungen, die moralische Verantwortung für potentielle Schäden und Fragen der moralischen Entscheidungsfindung. Beispiele sind:

  • Welche Verantwortung und Verpflichtungen können Individuen zugesprochen werden?
  • Gibt es eine kollektive Verantwortung für globale Probleme und wie kann diese verstanden werden?
  • Wie können individuelle Beiträge zu globalen Problemen ethisch bewertet werden?
  • Unterscheiden sich unsere ethischen Pflichten in Abhängigkeit von geographischer Distanz?
  • Haben jetzige Generationen eine Pflicht zukünftigen Generationen gegenüber?
  • Wie können wir mit moralischer Unsicherheit umgehen?

3.4. Kulturwissenschaftliche Dimensionen: Eine zunehmend vernetzte Welt geht mit veränderten Alltagspraktiken, Interaktionsformen und Arbeitsfeldern einher – auch für Absolvent/innen eines geisteswissenschaftlichen Studiums. Prozesse der Globalisierung lassen sich demnach nicht nur als Folge technologischer, politischer und ökonomischer Transformationen fassen. Vielmehr werden sie von den sozialen Akteur/innen im Sinne eines „Doing Globalisation“ permanent aktiv hergestellt, mitgestaltet oder auch kritisiert und gezielt verweigert. Dieses Modul bietet einen exemplarischen Einblick in jene Tätigkeiten, Berufe, Lebensstile und Haltungen, durch die Kultur in einer vernetzten Welt alltäglich hervorgebracht und verhandelt wird. Besondere Berücksichtigung finden dabei:

  • praktische Übungen und Lehrausgänge in Berufs- und Praxisfelder, die mit signifikanten Formen der Verhandlung von Globalität/Kulturalität befasst sind, wie zum Beispiel: zu lokalen Standorten von transnationalen Konzernen; zu Museen, Galerien und Kunstinstitutionen, die Bilder von Globalität/Kulturalität herstellen, zeigen und/oder zirkulieren; zu lokalen Medienunternehmen, mit Fokus auf deren globale Vernetztheit (z. B. transnational agierende NGOs, Menschenrechtsorganisationen).
  • Bilder der Globalisierung: visuelle Praktiken medialer bzw. digitaler Kommunikation
  • Global Cities: Aspekte transnationaler Urbanität
  • Postmigrantische Positionen (z. B. global citizenship, Stadtbürgerschaft, Menschenrechte)
  • Soziale Gegenbewegungen: Dimensionen der Globalisierungskritik und –verweigerung

4.1. Auslandspraxis (im Rahmen von 4–8 ECTS-Anrechnungspunkten)

4.2. Praxis im Inland mit interkulturellem Schwerpunkt, z. B. Tätigkeiten in Bereichen kultureller Diversität (im Rahmen von 4–8 ECTS-Anrechnungspunkten)

4.3. Im Rahmen eines Auslandsaufenthalts absolvierte Lehrveranstaltungen aus dem Fach des Bachelorstudiums oder mit interkulturellem Schwerpunkt (im Rahmen von 4–8 ECTS-Anrechnungspunkten)

4.4. Researching intercultural experience: Dieses Modul bietet eine Einführung in die theoretischen Grundlagen und Methoden der interkulturellen Forschung und befähigt Studierende dazu, ihre eigenen interkulturellen Erfahrungen wissenschaftlich zu reflektieren. Dies betrifft einerseits die kulturellen Erfahrungen von Austauschstudierenden (Incoming und Outgoing), aber auch Praxiserfahrungen von Studierenden, die als Mentor/innen für internationale Studierende, in der Flüchtlingsbetreuung und ähnlichen Kontexten tätig sind.

  • Grundlagen der Kommunikation, kulturbedingte Kommunikationsmuster, Kulturbegriffe und Kulturstandards
  • Vermittlung eines theoretischen und methodischen Instrumentariums zur Erforschung von interkulturellen Interaktionen (z. B. Ethnographie, Erzählforschung/digitales Erzählen, Diskursanalyse, Interviewforschung)
  • Reflexion der eigenen kulturellen Prägung und Identität
  • Einfluss der Kultur auf Lehr- und Lernstile
  • Reflexionen zur kulturellen Fremdheit und Filterkonzepten, d. h. kulturbedingten Wahrnehmungen
  • Adaptationsprozesse und Kulturschocktheorie
  • Kritische Reflexionen zur Theorie der interkulturellen Kompetenz sowie Selbstreflexion in Bezug zur eigenen interkulturellen Interaktion in diversen Kontexten.

4.5. Lehrveranstaltungen aus Modul 3 (im Rahmen von 4–8 ECTS-Anrechnungspunkten)

Modulübersicht (inkl. Angaben zu Lehrveranstaltungen)

Modul 1–3 LV-Typ ECTS Empf. Sem
Modul 1: Theorien zur Inter- und Transkulturalität VO 4 2.–4.
Modul 2: Mobile Culture Studies VO 4 2.–4.
Modul 3: Globalität/Kulturalität      
Historische Dimensionen VO/VU 4 2.–4.
Sprachliche Dimensionen VO/VU 4 2.–4.
Ethische Dimensionen VO/VU 4 2.–4.
Kulturwissenschaftliche Dimensionen VO/VU 4 2.–4.

Anmerkung: Aus dem Modul 3 sind 2 Lehrveranstaltungen/Prüfungen im Ausmaß von insgesamt 8 ECTS-Anrechnungspunkten zu absolvieren.

Modul 4: Mobilitätserfahrungen LV-Typ ECTS Empf.Sem.
4.1. Auslandspraxis PR 4–8 2.–3.
4.2. Praxis im Inland mit interkult. Schwerpunkt PR 4–8 2.–3.
4.3. im Rahmen e. Auslandsaufenthals absolvierte LVen (aus dem Fach des BA oder mit interkult. Schwerpunkt) PR 4–8 2.–3.
4.4. Proseminar Researching intercultural experience PS 4–8 3.–4.
4.5. LV/en aus Modul 3 VO/VU 4–8 2.–4.

Anmerkungen:

  • Aus dem Modul 4 sind Lehrveranstaltungen/Prüfungen im Ausmaß von insgesamt 8 ECTS-Anrechnungspunkten zu absolvieren
  • Für die Anrechnung der Praxis gilt Folgendes: 4 ECTS-Anrechnungspunkte Praxis/Praktikum entsprechen 100 Stunden Beschäftigung. Es müssen insgesamt entweder genau 4 oder genau 8 ECTS absolviert werden, wobei jeweils mind. 25 Stunden am Stück absolviert werden müssen.
  • Die Anrechnung der (Auslands-)Praxis erfolgt über das Formular „Genehmigung der Absolvierung einer berufsorientierten/ facheinschlägigen Praxis“, welches vor Praktikumsantritt von der/dem zuständigen Curricula-Kommissions-Vorsitzenden unterschrieben sowie bei Praktikumsende durch die Einrichtung/den Betrieb bestätigt werden muss.

Kontakt Global Window

Ass.-Prof. Mag. Dr.phil.

Judith Laister

Telefon:+43 316 380 - 2586

nach Voranmeldung: Dienstag, 11.30-12.30

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