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Vanessa Steinkogler, BA MA

Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft
Forschungsprojekt: Kritische Beleuchtung translatorischer Professionalität. Die Caritas Graz-Seckau im Spannungsfeld translatorischer Professionalisierungsdiskurse
Betreuerin: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Nadja Grbic
Projektdauer: 1.10.2019–31.10.2022

Da NGOs häufig über nationale, kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg tätig sind sowie Hilfe für Flüchtlinge und MigrantInnen leisten, treffen in diesem Feld Personengruppen einer Vielzahl von Sprachen und Kulturen aufeinander. Auch wenn Übersetzen und Dolmetschen eine unabdingbare Voraussetzung für das Funktionieren solcher Organisationen darstellt, wird die Rolle von Sprache, Translation und kulturellem Wissen innerhalb humanitärer Hilfsorganisationen in der Forschung bislang wenig diskutiert. Dem Dissertationsvorhaben kommt daher die Aufgabe zu, der Bedeutung von Translation in einem mehrsprachigen Arbeitsumfeld einer NGO, in diesem Fall der Caritas Graz-Seckau, nachzugehen und die diversen translatorischen Praktiken sowie Wahrnehmungs- und Handlungsmuster zu ergründen. Da es sich um Organisationen handelt, die begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung haben und bei denen der Großteil der MitarbeiterInnen auf freiwilliger Basis tätig ist, lohnt sich insbesondere ein genauerer Blick auf die Frage der Rolle s.g. professioneller und s.g. nicht-professioneller Translation in NGOs aus konzeptueller ebenso wie aus praktischer Sicht.
In diesem Dissertationsprojekt wird die Caritas Graz-Seckau als soziale Welt nach Anselm Strauss verstanden. Die Theorie der sozialen Welten bietet insofern einen geeigneten Erklärungsahmen für das Forschungsvorhaben, als die Beziehungen und Interaktionen sowie die daraus resultierenden Konflikte und Handlungen der innerhalb der sozialen Welt agierenden AkteurInnen im Zentrum stehen. Das Ziehen, Beibehalten, Überbrücken, Verschwimmen usw. von Grenzen in Zusammenhang mit Translation soll mithilfe des Konzeptes Boundary Work von Thomas Gieryn nachverfolgt werden. Besonderes Augenmerk wird u.a. darauf gelegt, welche Attribute und Qualifikationen sich eine Gruppe zuschreibt, um sich als „professionell“ zu bezeichnen, sich von anderen sozialen Gruppen abzugrenzen und in einem bestimmten Fachbereich Expertise zu beanspruchen. Die im Zuge des Dissertationsprojektes geplanten Untersuchungen mittels Leitfadeninterviews und teilnehmenden Beobachtungen sollen die Komplexität und den Facettenreichtum der translatorischen Aktivitäten und Vorstellungen innerhalb von NGOs sichtbar machen. Zudem ermöglichen sie eine kritische Diskussion der z.T. kontroversen Konzepte Translation, Professionalität und Freiwilligenarbeit.

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

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