Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Teresa Mocharitsch, BA BA MA MA

Institut für Antike
Forschungsprojekt: Das Germanenbild des Tacitus und sein Weg in die Bildende Kunst. Untersuchung zur Antikenrezeption im 18. Jahrhundert und ihren Folgen (im Rahmen des Doktoratsprogramms "Sammeln, Ordnen und Vermitteln. Wissenskulturen im 18. Jahrhundert")
Betreuer: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.phil. Sabine Tausend
Projektdauer: 1.10.2019–30.09.2022

Seit ihrer Wiederentdeckung im 15. Jahrhundert erfreuten sich die taciteischen Schriften enormer Beliebtheit, wie sich durch zahlreiche Neuauflagen, Übersetzungen und Bearbeitungen belegen lässt. Sowohl die darin enthaltenen Berichte über Konfrontationen zwischen Römern und Germanen als auch die ethnografische Germania prägten das Germanenbild folgender Generationen nachhaltig. Das vorliegende Dissertationsprojekt untersucht das 18. Jahrhundert anhand von Bildartefakten als Phase des Wandels in der Tacitusrezeption. Während einerseits die Beschäftigung mit seinen Schriften florierte, wurde andererseits die Rekonstruktion einer originär „deutschen“ Geschichte angestrebt. Schrittweise traten die Originaltexte in ihrer Bedeutung hinter zeitgenössische Adaptionen zurück. Das tradierte Germanenbild wurde zum bildungsbürgerlichen Allgemeingut, mit dem Tacitus schließlich nur mehr dem Namen nach verbunden war.
Basierend auf den Germanendarstellungen des 18. Jahrhunderts wird in der folgenden Untersuchung Antikenrezeption als ein Phänomen im Wandel verstanden, als ein Prozess, der unterschiedliche Phasen durchlaufen hat. In diesen divergierten nicht nur die Intentionen der Rezipient/innen stark, sondern auch die Beeinflussung durch Parallelquellen, zeitgenössische Autoren und archäologische Funde. Neben mannigfaltigen Druckgrafiken und Zeichnungen, traten germanische Themen vereinzelt auch in der Malerei auf, etwa bei Johann Heinrich Tischbein d. Ä. und Angelika Kauffmann. Künstler und Auftraggeber konzentrierten sich thematisch vor allem auf zwei Kernbereiche: Mythologie und historische Ereignisse. Dabei erschienen jene Vorlagen besonders interessant, die sich mit der eigenen Geschichte verbinden ließen, etwa der Aufstand der Bataver und die sog. Varusschlacht. In beiden Fällen war die Intensität der Beschäftigung stark mit der Konstruktion nationaler Identitäten verknüpft. Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde Tacitus selbst hierbei zum Topos, zum Gewährsmann für jene Germanen, die zu Identifikationsfiguren der Deutschen avancierten. Während versucht wurde, sich von der klassischen Antike zu emanzipieren, behielt diese so zugleich indirekt ihre Autorität.

 

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.