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Reinhild Lohan, MA

Institut für Geschichte
Forschungsprojekt: Antike als Topos - Phänomene des Wandels im 18. Jahrhundert. Eine Analyse zu medizinischen Konzepten und Antikerezeption am Beispiel der Lebenskraft-Vorstellungen im 18. Jahrhundert (im Rahmen des Doktoratsprogramms "Sammeln, Ordnen und Vermitteln. Wissenskulturen im 18. Jahrhundert")
Betreuer: Ao.Univ.Prof. Mag. Dr. Alois Kernbauer
Projektdauer: 1.10.2019–30.9.2022

Das „lange 18. Jahrhundert“, das Zeitalter der Aufklärung, brachte durch rationales Vorgehen und die Innovationen im Bereich der Naturwissenschaften, Technik und Kultur auch und vor allem einen Wandel des Menschenbildes in einzelnen Lebensbereichen und Wissensfeldern. Gleichzeitig kam es zur Auseinandersetzung mit der Konzeption einer Seele, welche ursächlich an die Antike und antikes Gedankengut anknüpft und in einer besonderen Vielschichtigkeit bis hin zur fundamentalen Erkenntnis eines neuen menschlichen Selbstverständnisses weiterentwickelt wurde. Einen nicht unbedeutenden Anteil daran hatte die Medizin.
Die Forschungsaufgabe der Dissertation besteht dabei grundlegend in der Verknüpfung der Bereiche der Antike/Antikenrezeption, Medizingeschichte und der 18. Jahrhundert-Studien. Als wissenschaftliches Konglomerat aus diesen Bereichen soll die Untersuchung die Entstehung dieses neuen Menschenbildes durch die Wiederentdeckung, Etablierung, Transformation und Entwicklung antiker medizinischer Konzepte zu Leib und Seele im 18. Jahrhundert durch verschiedene Ärzte erforschen. Vordergründig wird analysiert werden, was an antiken Vorstellungen, aristotelischem und hippokratischem Wissen, vor allem von der "vis medicatrix naturae"/Naturheilkraft, zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Bewusstsein der Menschen auf verschiedenen Ebenen des Wissens vorhanden war und wie sich die so vielschichtig wirksame Vorstellung von der "Lebenskraft" als Teil eines ganzheitlichen Menschen- und Seelenkonzepts bis in die Zeit um 1800 herausbildete.
Neben einem theoretischen Teil, der sich mit Lebenskraftvorstellungen von zum Beispiel Christoph Wilhelm Hufeland und Johann Christian Reil beschäftigt, soll auch ein Praxisteil Eingang finden, der die Umsetzung der Erkenntnisse zur Lebenskraft am Beispiel eines Kurbades mit der Anwendung von Heilwässern im 18. Jahrhundert beleuchtet, soweit die Quellenlage dies zulässt. Da bisher keine aktuelle größere Arbeit vorliegt, die sich systematisch mit den Lebenskraftvorstellungen des 18. Jahrhunderts auseinandersetzt, soll das Dissertationsprojekt diese Forschungslücke füllen.

 

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

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