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Mag.phil. Pia Nanamé Mayer

Institut für Romanistik
Forschungsprojekt: Die Antike als Topos in den französischen Moralischen Wochenschriften: Eine literaturwissenschaftliche Analyse
(im Rahmen des Doktoratsprogramms "Sammeln, Ordnen und Vermitteln. Wissenskulturen im 18. Jahrhundert")
Betreuer: Univ.-Prof. Mag. Dr. phil. Klaus-Dieter Ertler
Projektdauer: 1.10.2019–30.09.2022

Abstract
Die journalistische Gattung der Moralischen Wochenschriften (Spectators), die in England Anfang des 18. Jahrhunderts entstand, verbreitete sich in ganz Europa, bevor sie zu einem wichtigen Faktor des aufklärerischen Diskurssystems wurde. Ziel dieser Journale war es, auf amüsante Weise die Werte der Aufklärung zu verbreiten. Die Herausbildung des öffentlichen Meinungsprozesses wurde durch sie stark beeinflusst. Zu den ersten dieser Zeitschriften zählt der in England erschienene Spectator (1711–1712), der die Vorlage für den Spectateur, ou le Socrate Moderne (1714–1726) wie auch für die Genese der Gattung in Frankreich darstellte.
Als erster Hinweis auf die Tugendhaftigkeit, welche das zentrale Thema dieser Zeitschriften ist, findet sich jeweils zu Beginn einer Einzelschrift ein von antiken Philosophen entlehntes Motto. Der direkte Bezug zur Antike macht deutlich, dass diese in der Epoche der Aufklärung noch immer als Autorität wahrgenommen wurde. Innerhalb des Symbolsystems der Moralischen Wochenschriften gilt das Zitat aus der Antike, das dem Haupttext als Motto vorangeht, als signifikantes Merkmal der Gattung. Die engen intertextuellen Verbindungen zu den antiken Autoren lassen die Moralischen Periodika für die zeitgenössische Leserschaft attraktiver erscheinen. Der Rückgriff auf lateinische und griechische Zitate zeugt von der ungebrochenen Autorität des Gedankenmaterials der antiken Philosophien, die in die aufklärerische Axiologie im 18. Jahrhundert übernommen wird. Der Topos Antike ist in dieser Gattung unübersehbar.
In Fachkreisen gelten diese Zeitschriften gemeinhin als eine unerschöpfliche Quelle für die Erforschung des 18. Jahrhunderts. Hier finden ForscherInnen aus den verschiedensten Fachbereichen wertvolle Informationen zur diskursiven Gemengelage der Zeit. Das Potential der möglichen Erkenntnisse in den Moralischen Periodika ist keinesfalls ausgeschöpft, und gerade das Thema des Topos Antike in diesen Journalen war bislang noch nicht Fokus einer größeren wissenschaftlichen Untersuchung.

 

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

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