Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Mag.phil. Markus Seethaler

Institut für Philosophie
Forschungsprojekt: Ethischer Intuitionismus und Moralischer Dissens
Betreuerin: Ao.Univ.-Prof. Mag.Dr. Sonja Rinofner-Kreidl

In den letzten Jahren kam es in der Moralphilosophie zu einer wahren Renaissance des ethischen Intuitionismus. Das neuentdeckte Interesse an dieser ethischen Theorie stammt zu bedeutenden Teilen auch daher, dass der ethische Intuitionismus sehr direkt mit den konkreten Fragen des Lebens der moralisch Handelnden verbunden ist. Eine der populärsten Kritiken intuitionistischer Theorien zieht ihre Plausibilität jedoch ebenfalls direkt aus der menschlichen Praxis: Zu nahezu allen Fragen der Moral gibt es stark divergierende Meinungen. Dieser moralische Dissens wird häufig angeführt, wenn es darum geht, zu zeigen, dass unsere Intuitionen nicht zuverlässig sind, uns nicht mit Rechtfertigung ausstatten oder – sofern sie überhaupt eine epistemische Relevanz haben – letztlich auf Schlussfolgerungen angewiesen sind. Ein ethischer Intuitionismus scheint dabei in besonderem Ausmaß anfällig für Einwände auf der Basis von Meinungsverschiedenheiten. Dies liegt vor allem an den fundamentalistischen Annahmen, die diesen Zugang kennzeichnen.
Ich verfolge in meiner Dissertation zwei Ziele. Einerseits möchte ich zeigen, dass ein moderates Verständnis eines ethischen Intuitionismus möglich ist, wodurch das Aufkommen von Dissens erklärbar und in gewissem Maß auflösbar ist. Andererseits geht es mir darum, zu zeigen, dass ein ethischer Intuitionismus darüber hinaus und entgegen verbreiteter Annahmen einen besonders vielversprechenden theoretischen Zugang darstellt, um Meinungsverschiedenheiten in moralischen Fragen angemessen ernst zu nehmen und sie dennoch nicht per se als etwas Negatives, das überwunden werden muss, anzusehen. Die zugrundeliegende Forschungshypothese ist, dass ein ethischer Intuitionismus als vollumfängliche ethische Theorie, welche sowohl von intuitiver Einsicht, als auch einer nicht reduzierbaren Pluralität hierarchisch nicht geordneter Prinzipien ausgeht, besonders geeignet dafür ist, zu identifizieren, was einen moralischen Dissens von anderen Meinungsverschiedenheiten unterscheidet, und dass dies zu einem Gutteil darin besteht, dass moralische Situationen mit einer umfassenden Komplexität einhergehen, der gerade ein solcher ethischer Zugang gerecht werden kann.

 

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.