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Mag.phil. Bakk.phil. Thomas Stoppacher

Centrum für Jüdische Studien / Institut für Geschichte
Forschungsprojekt: Die Radikalisierung des Antisemitismus in Österreich von 1914 bis 1923
Betreuer: Assoz. Prof. Mag. Dr.phil. Gerald Lamprecht
Projektdauer: 2.10.2017–1.10.2020

Der Erste Weltkrieg mit seinen sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Erschütterungen hatte fundamentale Auswirkungen auf die gesellschaftliche Entwicklung Europas. Die Phase des Übergangs von dynastisch verfassten multiethnischen Imperien hin zu neuen ‚National‘staaten in Zentraleuropa war von wirtschaftlichen Einbrüchen, sozialen Spannungen sowie Erschütterungen der Mentalitäten durch die Folgen der Kriegserfahrungen geprägt. Fragen von Minderheiten und ihrer Rechte, Zugehörigkeit und/oder Fremdheit waren Themen heftiger gesellschaftlicher und politischer Kontroversen, in deren Zentrum immer wieder die jüdische Bevölkerung stand. Dabei kam es bei der Suche nach Erklärungen und Verantwortlichen für den Kriegsverlauf, die Kriegsniederlage und deren Folgen zu einer massiven Zunahme sowie zu einer Radikalisierung des Antisemitismus in all seinen bekannten aber auch neuen Ausprägungen und Erscheinungsformen. Ausgehend von und eingebettet in die gesamteuropäische Entwicklung widmet sich das Dissertationsprojekt den Entwicklungen des Antisemitismus in den mehrheitlich deutschsprachigen Gebieten der untergehenden Habsburgermonarchie sowie der in diesem Raum neu entstehenden Republik Deutschösterreich/Österreich. Im Fokus steht zum einen die Analyse des Antisemitismus in seinen traditionellen als auch neuen, den politischen Entwicklungen geschuldeten, Erscheinungsformen. Es wird untersucht, ob es neben der immer wieder konstatierten Zunahme und Radikalisierung des Antisemitismus in den Jahren von 1914 bis 1923 auch zu einer Transformation antisemitischer Bilder und Stereotype kam und falls ja, ob es nicht gerade diese waren, welche die Radikalisierung vorantrieben. Eng damit verbunden geht es um die Frage nach den antisemitischen Akteuren. Hierbei stehen politische Parteien sowie neu entstehende antisemitische Vereine und Organisationen im Fokus. Das Zusammenspiel dieser Gruppen war für die Verbreitung der antisemitischen Agitation im gesamten Staatsgebiet sowie deren umfassende gesellschaftliche Verankerung verantwortlich. Die dem Projekt zugrundeliegenden Fragestellungen werden auf Basis einer Vielzahl von unterschiedlichen Quellen systematisch untersucht. Als Primärquelle dienen die Stenographischen Protokolle der Parlamentssitzungen.

Publikationen (Auswahl):

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

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