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Mag. Sarah Lang, BA

Zentrum für Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities
Forschungsprojekt: Ansätze automatisierter digitaler Edition alchemischer Texte am Beispiel der Symbola Aureae Mensae Michael Maiers
Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Georg Vogeler
Projektdauer: 1.10.2018–30.9.2020

Dieses Dissertationsprojekt beabsichtigt, alchemische Texte mit Hilfe digitaler Edition leichter zugänglich zu machen. Typisch für alchemische Texte ist ihre verrätselte Sprache, die sich besonders in der Verwendung von Symbolen und Decknamen äußert. Diese sollen im Zuge der angestrebten (automatisierten) digitalen Edition der Symbola Aureae Menase (1617) des Iatrochemikers Michael Maier (1568–1622) über Verweise auf einen Symbolthesaurus verständlicher gemacht werden.

Die Sprache der Alchemie ist durch ihre Symbollastigkeit und poetische Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte charakterisiert. Poesie und Chemie verbinden sich hier zu einer organischen Einheit, deren rätselhafte Formulierungen nur für Eingeweihte zugänglich sind. Die Alchemie gilt mitunter als esoterische Proto-Chemie. Dies vor allem, da sie eine “poetische Wissenschaft” (scientia poetica) ist, deren Sprache fortwährend mit Abstrakta und Konkreta spielt. Der öffentliche Austausch wissenschaftlicher Information gehorchte hierbei stillschweigenden Regeln sprachlicher Kommunikation. Diese ungeschriebenen Regeln setzen implizites Wissen voraus, das dem heutigen Leser zumeist fehlt.

Zur Veröffentlichung ihrer Geheimnisse bedienten sich die Alchemisten einer verrätselten Symbolsprache. Diese kann allerdings nicht so interpretiert werden, dass sich keine tatsächliche Chemie hinter der poetischen Sprache versteckte. Alchemisten konnten nämlich, in ihrer ohnehin bereits privaten Korrespondenz für deren beschränktes Publikum auch durchaus unverhüllt schreiben. Die “Geheimsprache” diente nur der Okkultierung für Uneingeweihte, die sich durch ihr mangelndes Wissen als der Geheimnisse der Alchemie nicht würdig erwiesen.

Die Geheimnisse, Mehrdeutigkeiten, rätselhaften Symbole - kurz: die Arcana alchemischer Sprache stellen eine Herausforderung an die Digital Humanities dar. Können digitale Methoden helfen, die Brücke zwischen poetischer Symbolsprache und tatsächlicher Chemie wiederherzustellen? Mithilfe eines SKOS-Thesaurus alchemischer Konzepte können vorkommende “dunkle” Wörter (obscurum vocabulum) per Annotation “erhellt” werden. Da die Verbindung der Symbole zur “echten” Chemie in gemeinsamen Sinneseindrücken liegt, könnte Annotation helfen, alchemisches implizites Wissen wieder explizit zu machen.

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

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