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Barbara Hinterplattner, BA BA MA

Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft
Projekttitel: Ethische Fragestellungen für das Konferenzdolmetschen angesichts der Normalisierung rechtspopulistischer Diskurse im Europäischen Parlament
Betreuung: Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Michaela Wolf, Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Nadja Grbić
Projektdauer: 01.10.2019-30.09.2022

Abstract
Ziel des Dissertationsprojekts ist es, den Umgang von Konferenzdolmetscher/innen im Europäischen Parlament mit rechtspopulistischen Reden im Lichte translationsethischer Überlegungen sowie ihre in diesem Zusammenhang konstruierte soziale Rolle zu untersuchen. Während traditionelle normative Werte im Bereich des Kommunaldolmetschens und des Dolmetschens in Konfliktsituationen sowohl in der sozialen Praxis als auch in der Wissenschaft eine differenzierte Behandlung erfahren haben, blieb die Rolle von Konferenzdolmetscher/innen als neutrale Sprachmittler/innen weitgehend unhinterfragt. Das Projekt geht daher der Frage nach, inwiefern sie, auch im Lichte des Erstarkens des Rechtspopulismus, eine Relativierung erfahren hat.
Das Analysekorpus besteht aus aktuellen, im Europäischen Parlament gehaltenen Reden zum Thema Migration und deren Verdolmetschungen in die Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Ungarisch. Zur Kontextualisierung der Reden werden Materialien zur EU-Gesetzgebung herangezogen, als Richtschnur für die normative Rolle von KonferenzdolmetscherInnen dienen gängige Berufsmoralen.
Goffmans Participation Framework und dessen Nutzbarmachung für die Translationswissenschaft sowie Untersuchungen zur Rolle von Konferenzdolmetscher/innen dienen der Dissertation als konzeptueller Rahmen. In Verbindung damit werden theoretische Überlegungen zur Translationsethik angestellt, wo aktuell insbesondere in Bezug auf die Agency von Translator/innen Forschungsbedarf besteht. Damit zusammenhängend werden die translationstheoretischen Normenkonzepte von Toury und Chesterman als Erklärungsrahmen herangezogen, wobei auch der Frage nachgegangen werden soll, ob travelling concepts aus anderen Disziplinen wie etwa Rechtswissenschaft oder Philosophie für die Translationswissenschaft hier möglicherweise von Nutzen sein könnten.
Mit dieser Dissertation sollen nicht nur Erkenntnisse aus empirischen Daten gewonnen, sondern darüber hinaus bestehende Modelle hinterfragt, so weit wie möglich verbunden und gegebenenfalls ergänzt werden. Die Dissertation stellt einen ersten Versuch dar, Erkenntnisse zum Umgang mit rechtspopulistischen Inhalten sowie zu ethischen Fragestellungen in diesem speziellen Setting zu gewinnen.

Kontakt

Dekanat der Geisteswissenschaftlichen Fakultät
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz

Web:gewi.uni-graz.at

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