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Auszeichnungen 2018

(1) Christian Perwein (Mitte), MA BA, mit Betreuer Univ.-Prof. Dr. Stefan Brandt (links) und Dekan Michael Walter (rechts).

Amerika und Japan – zwei Länder mit wechselhafter Beziehung. Erst kürzlich vereinbarten US-Präsident Donald Trump und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bilaterale Verhandlungen. Ein Deal, den Abe einging, um Einfuhrzölle auf Autos und Bauteile aus Japan abzuwenden. Das Verhältnis zwischen den USA und dem Pazifikinselstaat scheint aufgrund der gemeinsamen Geschichte schon lange ambivalent. Das zeigt auch die Literatur, etwa die Romane des japanischen Autors und Regisseurs Ryū Murakami (* 1952). Wie er in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts Amerikas Einfluss auf Japan und das daraus resultierende Bild der JapanerInnen von den USA literarisch dargestellt hat, das untersuchte der Amerikanist Christian Perwein in seiner Masterarbeit. Diese Woche erhielt er den Preis der Geisteswissenschaftlichen Fakultät für eine qualitätsgesicherte Veröffentlichung.
Zunächst scheint das fiktive Amerika als zerstörerische Macht in Murakamis Werken Japan vor große Herausforderungen zu stellen. Gewaltbereitschaft, Prostitution, Drogenhandel: Die negativen Einflüsse sind plakativ dargestellt. „Die Charaktere überwinden diese aber und wachsen durch diese Herausforderungen über sich selbst hinaus. Symbolhaft stehen sie für Japan als Ganzes, dem so die Hoffnung auf eine positive Entwicklung in Aussicht gestellt wird“, beschreibt Christian Perwein. Amerika bietet den JapanerInnen auf diese Weise die Chance, sich selbst zu reflektieren. Ihre Sicht auf die USA in den Romanen bleibt dennoch ambivalent, so der Amerikanist: „Amerika ist Quelle für Individualität, Unterhaltung, und Konsum, gleichzeitig aber auch für Gewalt und Exzess. Am Ende jedoch steht das Land aber vor allem für eine Herausforderung, die es zu überwinden gilt, um an sich selbst zu wachsen.“
Christian Perwein schrieb seine Masterarbeit „The Good, the Bad and Everything in Between. Transnational America in the Works of Ryu Murakami“ am Institut für Amerikanistik der Universität Graz. Auf ihr basiert der Artikel „Transnational Japanese-American Ambiguities in Select Works of Ryu Murakami“, der in Kürze in der Ausgabe Nummer 40 des Nanzan Review of American Studies erscheinen wird. Perwein (Foto Mitte) erhielt deshalb am 6. November 2018 die Auszeichnung für eine qualitätsgesicherte Veröffentlichung der Geisteswissenschaftlichen Fakultät, die von Dekan Michael Walter (Foto re) und Betreuer Stefan Brandt (Foto li) überreicht wurde. (Text: Gerhild Leljak)

Artikel: Transnational Japanese-American Ambiguities in Select Works of Ryu Murakami. In: Nanzan Review of American Studies (Vol. 40).

(2) Mag. Michael Ackerl, betreut von Priv.-Doz. Mag. Dr.phil. Robert Vellusig, Institut für Germanistik

Ohne gesellschaftliche, soziale, politische oder persönliche Reibungspunkte schafft es wohl kaum ein Roman auf die Beststeller-Liste. Einer, der Zeit seines Lebens von der Konfrontation und ihrer Dynamik fasziniert war und sich in seinem Werk umfassend mit diesem Phänomen beschäftigte, war Heinrich von Kleist (1777-1811). Der deutsche Dramatiker und Erzähler, dessen eigenes Leben stets auf den triumphalen Durchbruch ausgerichtet war, jedoch alles andere als glücklich verlief und schließlich im Doppelselbstmord endete, thematisiert immer wieder Auseinandersetzungen in verschiedenen Ausprägungen. 
„Das Gewaltpotenzial, das in uns allen schlummert und nur auf den entsprechenden sozialen Kontext für seine Entfesselung wartet, ist ein zentrales Leitmotiv bei Kleist. Wie kaum ein anderer Schriftsteller versteht er es, die Logik der Konflikteskalation mit ausgeprägtem Gespür für psychologische Vorgänge abzubilden. Dabei können selbst ursprünglich nichtige Anlässe am Ende zur absoluten Selbst- und Fremdvernichtung der Parteien führen“, schildert Michael Ackerl mit besonderem Bezug auf die Novelle „Michael Kohlhaas“ (1810). Darin nimmt ein bis dahin gut situierter und unbescholtener Pferdehändler das Recht selbst in die Hand, um ein ihm widerfahrenes Unrecht zu sühnen – mit fatalen Folgen. Michael Ackerl arbeitete in seiner Diplomarbeit aus Germanistik die Parallelen zwischen wiederkehrenden narrativen Elementen in Kleists Erzählungen und empirischen Befunden der modernen Konflikt- und Aggressionsforschung heraus. Sein Beitrag wird im heurigen Jahrbuch der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft erscheinen. Aus diesem Grund erhielt Michael Ackerl die „Auszeichnung für eine qualitätsgesicherte Veröffentlichung“ der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz, die am 11. Juli 2018 von Dekan Michael Walter überreicht wurde. (Text: Gerhild Leljak)

Artikel "Kleists Modell der Eskalation. Eine sozialpsychologische Lektüre des Michael Kohlhaas." Im: Kleist-Jahrbuch 2018.

Kontakt

Geisteswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz
Dekan Univ.-Prof. Dr.phil. Michael Walter Telefon:+43 (0)316 380 - 8018
Fax:+43 (0)316 380 - 9700

Web:gewi.uni-graz.at

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