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Mag.phil. Alexander Schachner

Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde

Forschungsprojekt: Zwischen Pietät und Pragmatismus. Möglichkeiten und Grenzen der militärischen Nutzung griechischer Heiligtümer

Betreuer: A.o.Univ.-Prof. Mag. Dr. Klaus Tausend

Projektdauer: 3.10.2016–2.10.2019

Ein oberflächlicher Blick auf das historiographische Quellenmaterial der Antike erlaubt die Feststellung, dass Orte kultischer Verehrung im Rahmen kriegerischer Auseinandersetzungen verschiedenster Art eine signifikante Rolle spielten. Auf der Basis meiner Diplomarbeit, welche die militärische Nutzung von griechischen Heiligtümern in der zeitlich eng begrenzten Periode zwischen dem Ausbruch des Peloponnesischen Krieges (431 v. Chr.) und der Schlacht von Mantineia (362 v. Chr.) katalogisierte und analysierte, versucht das hier vorgestellte Dissertationsprojekt dieses Phänomen und seine Wirkung über die gesamte archaische und klassische Zeit hinweg zu untersuchen.

Während die Diplomarbeit in erster Linie nach den Gründen für diese Art des militärischen Handelns suchte, soll die Dissertation nun die kulturellen Implikationen des Phänomens erforschen. Dem Vorhaben liegen dabei die folgenden zentralen Thesen zugrunde:

1. Die aus militärischen Zwängen resultierende Nutzung griechischer Heiligtümer unterliegt bestimmten Regeln, die im Normalfall von allen Konfliktparteien eingehalten werden.

2. Veränderte gesellschaftliche und militärische Verhältnisse nach dem Ende des Peloponnesischen Krieges bedingen eine immer häufigere Missachtung dieser Regeln.

Von diesen Überlegungen leitet sich eine Vielzahl interessanter Fragestellungen ab, die bei bisherigen Forschungsbemühungen vollkommen außer Acht gelassen wurden: Wie sehen die Regeln bei der Besetzung eines Heiligtums aus und wie kommen diese zustande? Decken sich diese Regeln mit kultischen Tabuvorstellungen und Reinheitsgeboten, die im Normalfall für Heiligtümer gelten? Wie erklärt sich der immer rücksichtslosere Umgang mit deren Eigentum, welcher im Laufe des 4. Jahrhunderts einsetzt? Wie reagiert die Zivilbevölkerung auf solche Militäraktionen? Wie bewerten die antiken Autoren dieses Phänomen?

Um sich diesen Fragestellungen nähern zu können, ist die Sammlung, Kategorisierung und Analyse aller relevanten Quellen unumgänglich. Neben der antiken Literatur sollen auch archäologische und epigraphische Zeugnisse berücksichtigt werden. Die auf diese Weise gesammelten Daten bilden die Basis für einen umfassenden Katalog von Fallbeispielen, dessen Auswertung die zahlreichen offenen Fragen beantworten soll.

Kontakt

Geisteswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz
Dekan Univ.-Prof. Dr.phil. Michael Walter Telefon:+43 (0)316 380 - 8018
Fax:+43 (0)316 380 - 9700

Web:gewi.uni-graz.at

Forschungs-management und -service

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