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David Weiss, BA MA

Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft
Projekttitel: Translationspolitik als Menschenrechtspolitik. Möglichkeiten und Grenzen der Förderung einer menschenrechtszentrierten Translationskultur am Beispiel des Strafverfahrens (Arbeitstitel)
Betreuer: Univ.-Prof. Dr. Pekka Kujamäki, Ao. Univ.-Prof. Dr. Gerd Oberleitner
Projektdauer: 1.10.2019–30.9.2022

Abstract

Globale Phänomene wie Flucht- und Migrationsbewegungen, Personenfreizügigkeit bzw. private oder berufliche Mobilität führen dazu, dass sich heute vermehrt Personen in Staaten aufhalten, deren Amtssprache(n) sie nicht oder nur eingeschränkt sprechen. Für die erfolgreiche Kommunikation mit staatlichen Behörden ist in diesen Fällen häufig der Einsatz von Translator:innen nötig. Dies ist u.a. im Rahmen eines Strafverfahrens von höchster Relevanz, wenn Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichte zur Kommunikation mit Beschuldigten, Zeug:innen, Opfern etc. auf Dolmetscher:innen angewiesen sind, die maßgeblich dazu beitragen, ein faires Verfahren (Art. 6 EMRK) zu garantieren. Das Dissertationsprojekt befasst sich mit der Verwirklichung der sprachlichen bzw. translatorischen Aspekte des Rechts auf ein faires Verfahren und dem Einsatz von Dolmetscher:innen im Rahmen des Strafverfahrens (Ermittlungsverfahren und Hauptverfahren) in Österreich. Auf Basis des prototypischen Idealmodells der demokratischen Translationskultur nach Prunč (2008:30ff.) mit ihren Prinzipien Kooperativität, Loyalität, Transparenz und Ökologizität werden zunächst auf theoretischer Ebene die nötigen Prinzipien definiert, um von einer menschenrechtszentrierten Translationskultur sprechen zu können. Dabei können die Prinzipien der demokratischen Translationskultur ergänzt oder erweitert werden. Als Untersuchungsgegenstand der Dissertation fungieren die Translationspolitiken (translation policies) der am Strafverfahren beteiligten Institutionen.

Übergeordnetes Ziel ist es, die Translationspolitiken in den staatlichen Institutionen zu identifizieren und durch die Analysefolie der zu entwickelnden menschenrechtszentrierten Translationskultur, deren Prinzipien als Referenzmodell zum Einsatz kommen, zu analysieren. Zu diesem Zweck wird eine qualitative empirische Erhebung durchgeführt, in deren Rahmen Expert:inneninterviews mit Personen geführt werden, die als Handlungspartner:innen am Translationsprozess und am Interessensausgleich im Rahmen der Translationskultur in Strafverfahren beteiligt sind. Zusätzlich wird ein Korpus relevanter parlamentarischer Dokumente zum Thema Translation in Strafverfahren erstellt. Dieses Korpus wird anschließend gemeinsam mit den Interviews einer qualitativen Analyse unterzogen, in der die entwickelten Leitprinzipien einer menschenrechtszentrierten Translationskultur als Referenzmodell zum Einsatz kommen.

Keywords: Translationskultur, Translationspolitik, Faires Verfahren, Gerichts- und Polizeidolmetschen, Menschenrechte

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