Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Inhalt:

Ausgewählte Projekte 2018


Importierte attische Keramik im Cyprus Museum (Nikosia) von der Zypro-archaischen bis zur Zypro-klassischen Zeit
CHRISTIDIS, Maria
Attische Keramik gehörte, aufgrund der Bemalung und der Qualität des Tons, zu der beliebtesten Gattung antiker Gefäße. Zu Beginn des 6. Jhs. v. Chr. festigte Athen sein Monopol auf keramische Feinwaren, die es in den gesamten Mittelmeerraum exportierte: nach Italien, Frankreich, Spanien, Ägypten, Libyen, an das Schwarze Meer und auf die Halbinsel Krim, aber auch in das Achämeniden-Reich. Die attische Keramik erreichte auch Zypern.
Ziel dieses Projektes ist es, nach der genauen Untersuchung der Keramik, den oben genannten Prozess zu untersuchen und zu dokumentieren.
Hierzu gehört die Suche nach den Anfängen des Imports der attischen Keramik auf der Insel, die Quantität der Keramik, deren geographische Verteilung, die Verwendung (Siedlung, Heiligtum, Grab) und die Qualität der Gefäße. Durch dieses Projekt wird das Material alter Ausgrabungen zusammen mit der neugefundenen Keramik dokumentiert, so dass ein vollständiges Bild über die Importe in Zypern vorgelegt werden kann.
Importierte attische Keramik ist regional unterschiedlich gut erforscht, wobei das Gebiet des östlichen Mittelmeers nach wie vor ein Stiefkind der attischen Keramikforschung ist.
In den letzten Jahren sind Publikationen von neuen Fundorten (Iberische Halbinsel, griechisches Festland etc.) erschienen, aber derzeit praktisch keine aus Zypern, weshalb das Projekt in Zypern auch von großer Bedeutung für die Erforschung der attischen Keramik innerhalb des östlichen Mittelmeerraumes ist.
Legitime Erwartungen: Klimawandel und Unsicherheit
SANKLECHA, Pranay
Sowohl unsere Pläne als auch deren Erfolg hängen wesentlich von unseren Erwartungen an die Zukunft ab. Werden diese Erwartungen enttäuscht, schadet uns dies deshalb oftmals. Die normative Relevanz solcher Schädigungen scheint stark zu variieren. Wenn ich einem Freund verspreche, ihn am Flughafen abzuholen, jedoch nicht auftauche, schulde ich ihm eine Erklärung, eine Entschuldigung oder irgendeine andere Form der Kompensation. Schließlich war seine Erwartung, von mir abgeholt zu werden, legitim. Keine normative Relevanz scheint hingegen der Erwartung eines Einbrechers zuzukommen, nicht ertappt zu werden. Diese Erwartung ist illegitim.
Das Problem legitimer Erwartungen tritt in den verschiedensten Kontexten auf, vom öffentlichen Recht über Fragen der Migration und territorialer Rechte bis hin zu Debatten über die normative Autorität von Staaten. In Diskussionen über den Klimawandel stellt sich die Frage, inwieweit Klimastrategien die legitimen Erwartungen von Personen auf bestimmte (mit hohen Treibhausgas-Emissionen verbundene) Lebensweisen berücksichtigen sollten. Auch beim Übergang von ungerechten zu gerechten politischen Verhältnissen tritt das Problem auf.
Die gesellschaftliche Relevanz unseres Projektes wird am besten anhand eines Beispiels illustriert. Es ist weithin anerkannt, dass eine gerechte Strategie gegen den Klimawandel eine signifikante Reduktion von Treibhausgas-Emissionen einschließt. Viele Zukunftspläne von gegenwärtig lebenden Personen (vor allem in Industriestaaten) gehen mit einem beträchtlichen Maß an solchen Emissionen einher: Wir planen ein Haus im Grünen zu bauen, in ferne Länder zu reisen, usw. Sollten keine radikalen technologischen Innovationen eintreten, verlangt eine gerechte Lösung des Problems des Klimawandels also, dass gegenwärtig lebende Personen einige oder viele ihrer Zukunftspläne aufgeben oder ändern. Nun haben aber Staaten selbst in der Vergangenheit die Erwartung generiert und befördert, dass ihre Bürger auch in Zukunft emissions-intensiven Pläne verfolgen können. Das wirft zahlreiche Fragen auf: Haben die Bürger z.B. einen Anspruch auf Entschädigung, wenn sie ihre Zukunftspläne aufgeben oder ändern müssen? Wie sollte ein Staat wie z.B. Österreich seine Klimastrategie gestalten, damit diese sowohl der normativen Bedeutsamkeit des Kampfes gegen den Klimawandel als auch der normativen Bedeutsamkeit der legitimen Erwartungen seiner Bürger Rechnung trägt?
Trotz ihrer zentralen Bedeutung haben sich bis dato nur wenige Philosophen mit der Frage auseinandergesetzt, wie legitime Erwartungen systematisch von illegitimen unterschieden werden können. Eine intuitive und vielversprechende Art der Grenzziehung gründet auf dem Begriff der Gerechtigkeit. Allen Buchanan zufolge sind Erwartungen beispielsweise legitim, wenn sie gerecht sind, und illegitim, wenn sie ungerecht sind. Wie alle anderen Ansätze ist jedoch auch diese gerechtigkeitszentrierte Sichtweise strittig. Unser Projekt wird zur wissenschaftlichen Diskussion über zahlreiche solcher Angelegenheiten beitragen. Die Forschungsfragen wurden etwa so ausgewählt, dass sie sämtliche der oben genannten Beispiele abdecken.
Schreibend argumentieren. Ontogenese schriftlicher Argumentationskompetenz in der Sekundarstufe
SCHMÖLZER-EIBINGER, Sabine/ NIEDERDORDER, Lisa
Die Fähigkeit argumentative Texte zu verfassen ist sowohl für den Bildungserfolg, als auch die Teilnahme an einer demokratischen Gesellschaft unabdingbar. In der Schule ist schriftliches Argumentieren nicht nur Lerngegenstand im Deutschunterricht, sondern auch Werkzeug des Lernens im Fachunterricht. Das Argumentieren wird daher als zentrale bildungsbiographische Diskursfunktion und fächerübergreifend relevante Sprachhandlung bezeichnet. Trotz der hohen Relevanz des Argumentierens in der Schule sind bisherige Studien zur Entwicklung der schriftlichen Argumentationskompetenz im Schulalter spärlich und bilden zudem auch die Diversität der SchülerInnenschaft unzureichend ab.
Ziel dieses Forschungsprojekts, das beim FWF im Rahmen einer Einzelförderung beantragt wird, ist es, die Entwicklung der schriftlichen Argumentationskompetenz von SchülerInnen in der Erst- und Zweitsprache Deutsch in verschiedenen Schultypen und über die gesamte Sekundarstufe hinweg im Rahmen einer Pseudolongitudinalstudie zu untersuchen. Zusätzlich zur Erhebung der argumentativen Schreibkompetenz anhand von Texten wird der bisher nicht untersuchte argumentative Schreibprozess in den Blick genommen.
Durch die gewonnenen Erkenntnisse soll erstmals ein Einblick in die Entwicklung der schriftlichen Argumentationskompetenz und die Schreibprozesse von SchülerInnen beim Verfassen argumentativer Texte in der gesamten Sekundarstufe mit einer großen und sprachlich heterogenen Stichprobe gegeben werden.
Medizin- und Bioethikdiskurse. Eine Geschichte öffentlich-politischen Sprachgebrauchs seit 1990
SPIEß, Constanze
Mit der Entwicklung neuer technischer Möglichkeiten für vorwiegend medizinische Zwecke stellen sich immer auch ethische Fragen der Anwendbarkeit und damit verbunden auch der Folgen der Anwendung neuer Techniken für den Menschen. Die ethischen, rechtlichen und gesellschaftlichen Konflikte manifestieren sich in erster Linie sprachlich in Form der perspektivischen Verwendung spezifischer Lexik, Metaphorik und Argumentationstopoi innerhalb öffentlich geführter bioethischer und medizinethischer Diskurse.
Ausgehend von der sprachtheoretischen Überzeugung von der realitätskonstitutiven Kraft der Sprache, zielt das vorliegende, beim FWF im Rahmen der Einzelförderung zu beantragende und in Kooperation mit den Universitäten Aachen, Darmstadt, Düsseldorf, Duisburg-Essen, Kiel und Trier, konzipierte Projekt einer Geschichte öffentlich-politischen Sprachgebrauchs seit 1990 darauf ab, die sprachliche Konstitution medizin- und bioethisch relevanter Diskurse (wie z.B. gentechnische Verfahren in der Reproduktionsmedizin, Eingriffe in das Erbgut von Embryonen und geborenen Personen, Transplantationsmedizin) zu erforschen. Dabei soll die sprachliche Oberfläche der Ausgangspunkt einer diskurssemantischen Analyse sein. Anhand einer Analyse der zentralen Schlüsselbegriffe und der in diesem Zusammenhang relevanten Argumentationsmuster und Metaphern soll so die sprachliche Konstruktion von Wirklichkeit als Teil von Sprachgeschichte im Bereich der Medizin- und Bioethik dargestellt und zugleich sollen Querverbindungen zu den Diskursbereichen der anderen Teilprojekte aufgezeigt werden.

Kontakt

Geisteswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz
Dekan Univ.-Prof. Dr.phil. Michael Walter Telefon:+43 (0)316 380 - 8018
Fax:+43 (0)316 380 - 9700

Web:gewi.uni-graz.at

Forschungs-management und -service

Ende dieses Seitenbereichs.

Beginn des Seitenbereichs: Zusatzinformationen:


Ende dieses Seitenbereichs.