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Ausgewählte Projekte 2016

EL SARKA, Dina
Arabisch im Südiran
Die Beschäftigung mit der arabischen Sprache hat sich bislang vor allem auf das klassische (Koran-)Arabisch und im Rahmen der traditionellen Dialektologieforschung auf die Beschreibung zentraler arabischer Varietäten konzentriert.
In diesem beim FWF im Rahmen der Einzelprojektförderung zu beantragenden Kooperationsprojekt zwischen Sprachwissenschaft (KFU) und Ethnomusikologie (KUG) sollen die bedrohte, bisher unbeschriebene Sprache einer arabischen Minderheit im Südiran und gleichzeitig die traditionelle Musik dieser Volksgruppe dokumentiert werden. Damit reiht sich das interdisziplinäre Projekt in die relativ jungen Forschungsrichtungen der modernen Dokumentationslinguistik und Ethnomusikologie ein. Gleichzeitig soll mit dem Forschungsvorhaben eine Varietät der arabischen Peripherie dokumentiert und erforscht werden, wodurch das geografische Gebiet dieser Peripherie, das von Nordafrika über die nördlichen Teile des subsaharischen Raumes bis zur Türkei punktuell bearbeitet ist, um den iranischen Kulturraum erweitert wird.
Neben dem Dokumentationsaspekt stehen aus sprachwissenschaftlicher Sicht Fragen des Sprachkontakts zwischen zwei genetisch nicht verwandten Sprachen, Arabisch (semitisch) und Persisch (indoeuropäisch) sowie die Erforschung der Prosodie und Informationsstruktur im Vordergrund.
STELZER, Harald / PLACANI, Adriana
Die Verantwortung für Risiken: Theorie und Praxis
Bis vor kurzem drehten sich philosophische Debatten um eine Welt der Sicherheit, in der die Konsequenzen von Handlungen entweder vollständig bekannt oder zumindest sehr absehbar sind. Moralphilosophen haben die spezifischen ethischen und moralischen Probleme betreffend Risiko und Unsicherheit weitgehend außer Acht gelassen. Die Gegebenheiten haben sich jedoch geändert, dem Risiko samt seinen philosophischen Aspekten wird nun größeres Interesse entgegengebracht. Nichtsdestoweniger sind unsere gegenwärtigen normativen Theorien schlecht ausgerüstet, den aus dem Risiko entspringenden moralischen Implikationen adäquat zu begegnen.
Eine der am meisten vernachlässigten Aspekte der philosophischen Forschung ist jener der moralischen Verantwortung für Risiko. Moraltheorien sprechen traditionell retrospektive Verantwortungszuschreibungen an, die im Kontext vollständiger Sicherheit das tatsächliche Vorkommen von Schaden und Unrecht behaupteten. Diese Theorien implementierten und beriefen sich auf Standardmodelle der Verantwortung (folglich, SMV), die unter der Annahme von Sicherheit die Signifikanz, moralischen Implikationen sowie Gründe für die Verantwortungszuschreibung in Risikofällen nicht berücksichtigten.
Die Folge davon scheint zu sein, dass SMV unfähig sind, die moralischen und ethischen Abstufungen von Risiko zu adressieren. Eines der Projektziele beinhaltet die Identifikation und normative Bewertung der Defizite von SMV gegenüber Risiko. Des Weiteren wird das Projekt Wege der Re-Konzeptualisierung von SMV vorschlagen, damit Risiken adäquat adressiert werden können. Als Resultat werden neue normative Rahmenbedingungen für die gerechtfertigte Allokation und Zuschreibung von Verantwortung für Risiken entstehen.
Das Projekt wird diese Rahmenbedingungen auf spezifische mit Klimawandel-Politiken einhergehende Risiken anwenden, um zu identifizieren, ob, warum und wie Verantwortung gerechtfertigt zugeschrieben werden kann. Im Zuge des Aufzeigens und Ansprechens von Problemen von Verantwortung im Kontext unvollständiger Sicherheit sowie des Hinweisens auf theoretische und praktische Anwendungen, will dieses Projekt eine interdisziplinäre Analyse, Synthese und Anleitung eines untererforschten Themas bieten.

Kontakt

Geisteswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz
Dekan Univ.-Prof. Dr.phil. Michael Walter Telefon:+43 (0)316 380 - 8018
Fax:+43 (0)316 380 - 9700

Web:gewi.uni-graz.at

Forschungs-management und -service

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