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Ausgewählte Projekte 2013

Beschreibung der ausgewählten Projekte

ERNST, PETRA
Deutschspachig-jüdische Literatur von ihren Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkriegs
Medien – Ästhetiken – Diskurse
In dem kulturwissenschaftlich ausgerichteten Projekt soll eine grundlegende und systematische Darstellung deutschsprachig-jüdischer Literatur von ihren Anfängen im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkriegs unternommen werden. Als heuristische Voraussetzung wird ein umfassendes, an systemtheoretischen Ansätzen ausgerichtetes Literaturverständnis zugrunde gelegt. Damit rücken neben literarischen Artefakten in unterschiedlichen Medien auch verschiedene Formen literarischen Handelns in den Blick. In dem Projekt soll unter Berücksichtigung allgemeiner gesellschaftlicher und literarischer Entwicklungen u. a. ein (auf die Verbreitungsländer bezogener) historisch-vergleichender Überblick hinsichtlich einzelner Gattungen und Genres, Medien, Institutionen der Literaturvermittlung etc. erstellt werden. Gleichzeitig sollen aber auch die in einer Vielzahl von Texten verhandelten Diskurse z. B. über Volk, Nation, Sprache, Geschichte, Territorium und Kultur untersucht werden. Das Projekt ist als trilaterale Kooperation (D-A-CH) konzipiert.
GERGEL, REMUS
Die Entwicklung skalarer und intensionaler Elemente

Das Hauptaugenmerk des Projektes liegt auf dem Zusammenspiel skalarer und intensionaler Elemente unter der Perspektive der diachronen Sprachentwicklung. Gradkonstruktionen (z. B. Lisa is rather smart/very smart/smarter than Bart) beziehen sich auf Skalen von Eigenschaften. Die Intensionalität betrifft unterschiedliche Verlagerungsmöglichkeiten der Evaluation natürlichsprachlicher Äußerungen hinsichtlich möglicher Situationen (via Modalität) oder temporaler Perspektiven (via Tempus und Aspekt); vgl. Marge must have left the office. Es ist jedoch bekannt, dass Mechanismen der Graduierung z.B. bei einer modalen Evaluation greifen (vgl. must/should/might/could etc.) und, umgekehrt, dass die Graduierung selbst der Verlagerungsmöglichkeit, d.h. der Intensionalität unterliegt.
In manchen Fällen wechseln intensionale Elemente durch Wandelprozesse ihre Klasse (ihren so-genannten semantischen Typ) und ihre Bedeutung setzt sich nach einer Reanalyse sehr unterschiedlich zusammen. Ursprünglich temporale Elemente können beispielsweise modale Bedeutungskomponenten gewinnen und i.A. ist auch der umgekehrte Fall denkbar und belegt. Interessanterweise scheint jedoch eine Untermenge der potentiellen Entwicklungen auf der Grundlage des derzeitigen Wissensstandes unidirektional zu verlaufen; manche andere Entwicklungen scheinen dagegen niemals einzutreten.
Das Hauptziel des Projektes wird es sein, relevante semantische Entwicklungspfade im Spannungsfeld der beiden Grundkategorien Intensionalität und Graduierung mit den Mitteln der formalen Semantik und ihren Schnittstellen (primär in Interaktion mit der Syntax und der Pragmatik, d.h. den Bausteinen der Sprache und ihrer Verwendung) präzise zu modellieren.

  • Remus Gergel, Penka Stateva und Martin Kopf
LAMPRECHT, GERALD
Die Radikalisierung des Antisemitismus in Österreich von 1914 bis 1923 im Kontext der europäischen Nachkriegsordnung

Das Projektvorhaben widmet sich der Radikalisierung des Antisemitismus in den Jahren 1914 bis 1923. Im Zentrum stehen dabei Österreich, resp. jene Gebiete, die nach dem Zerfall der Monarchie zu Deutsch-Österreich/Österreich
wurden. Dabei wird der Antisemitismus auf mehreren Ebenen untersucht werden. Zunächst geht es uns darum, zu klären auf welchen Ebenen, mit welchen Bildern und durch welche Kanäle der Antisemitismus mit Fortdauer des Ersten Weltkrieges auch in Österreich zum Bestandteil des politischen und gesellschaftlichen Diskurses wurde und welche Rolle er schließlich in den revolutionären Prozessen 1918/19 einnahm. Weiters werden wir uns mit den Trägerschichten und -milieus beschäftigen und in diesem Zusammenhang auch die Frage nach dem Zusammenspiel von Zentrum und Peripherie (Wien und die Bundesländer) stellen. Schließlich geht es in Anlehnung an Shulamit Volkov auch um die identitätspolitischen Implikationen des Antisemitismus in jener Umbruchsphase der  österreichischen Geschichte.

Das Projekt wird gemeinsam vom Institut für Geschichte und dem Centrum für Jüdische Studien in enger Kooperation mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin entwickelt und durchgeführt.

  • Gerald Lamprecht und Eduard Staudinger
STIGLER, HUBERT
Digitale Edition als Grundkonzept einer Geisteswissenschaftlichen Methodologie.
Eine domänenübergreifende Theorie editorischer Praxis
Das Projekt widmet sich dem Vorhaben, den Begriff der Digitalen Edition, basierend auf einer empirischen Analyse der editorischen Praxis ausgewählter Fachbereiche, als konstitutives, generisches Konzept geisteswissenschaftlicher Methodologie theoretisch zu fassen. Ausgehend von  (a) einer summativen Evaluation von nationalen und internationalen digitalen Editionsprojekten, (b) einer Systematisierung der Erfahrungen aus einer Vielzahl von einschlägigen Forschungsprojekten des Zentrums für Informationsmodellierung in den Geisteswissenschaften und (c) der empirischen  Analyse domänenspezifischer Verständnisweisen von Edition, soll dabei eine theoretische Basis für die Entwicklung von standardisierten Editionswerkzeugen geschaffen und Prototypen für seine Realisierung entwickelt werden. Über eine qualitative Erhebung und ein quasi-experimentelles Setting, in dem ausgewählte Editionsprojekte und -werkzeuge als Treatment zur Anwendung kommen, soll auch ein Beitrag zur Beantwortung der Fragen geleistet werden, (a) wie und ob sich geisteswissenschaftliche Forschung durch die Digitalisierung der Forschungsobjekte und -methoden verändert und (b) welche Bedeutung diese Entwicklungen für die Theoriebildung der jeweiligen Disziplin besitzen.

Kontakt

Geisteswissenschaftliche Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz
Universitätsplatz 3, Parterre, 8010 Graz
Dekan Univ.-Prof. Dr.phil. Michael Walter Telefon:+43 (0)316 380 - 8018
Fax:+43 (0)316 380 - 9700

Web:gewi.uni-graz.at

Forschungs-management und -service

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